Influencer Marketing: Der Zeitgeist verlangt nach Dialog

Marlis Jahnke ist Expertin für Influencer Marketing in unserem Pool of Female Excellence. 2014 gründete sie Deutschlands erste Influencer Marketing-Plattform: HashtagLove hat heute mehr als 6.000 registrierte Influencer und führt erfolgreich Marken mit Influencern aller Social Media Kanäle zusammen. Gerade ist ihr zweites Buch „Influencer Marketing“ erschienen. Dies ist ihr Beitrag für unseren Blog über Begriff, Geschichte und Trends.

Ist Influencer Marketing wirklich neu? Mit dem Internet haben sich die Möglichkeiten der Verbreitung von Botschaften vervielfacht. Heutzutage sind nicht mehr nur TV-Sternchen oder Hollywoodstars Influencer und Meinungsmacher.Unzählige Menschen können innerhalb kürzester Zeit Massen über die sozialen Medien erreichen und damit Influencer werden. Für Unternehmen werden diese Personen immer wertvoller und interessanter. Auf der anderen Seite schaukelt sich die Begehrlichkeit von Bloggern, Instagramern und YouTubern immer weiter hoch und die Preisschraube dreht sich nach oben.

Für welche Produkte macht Influencer Marketing Sinn? Welche Position kann und wird diese Disziplin im Marketing-Mix einnehmen? Wer beherrscht die Spielregeln der neuen Disziplin? Wie identifiziere ich Influencer und wie erstelle ich ein Briefing so, dass die „neuen Medienschaffenden” die Produkteinbindung im Sinne der Marke umsetzen? Wie ist der korrekte juristische Umgang mit der Kennzeichnungspflicht? All diese Fragen beantwortet das erste Fachbuch zum Thema (Influencer Marketing), herausgegeben von unserer Rednerin Marlis Jahnke, das ganz frisch auf dem deutschen Buchmarkt ist.

Woher kommt Influencer Marketing?

Die Medienlandschaft durchlebt im digitalen Zeitalter einen tief greifenden Wandel – das Internet hat unser Kommunikations- und Informationsverhalten grundlegend verändert. Egal ob Text, Bild oder Video – Inhalte in allen Formen und Variationen werden geteilt und verbreitet. Die klassischen Medien-Kanäle müssen sich auf das Senden beschränken, aber der Zeitgeist verlangt nach Dialog. Vor allem jüngere Zielgruppen sind kaum noch über TV und Co zu erreichen.

 

Mit der Evolution der Verbreitungsmöglichkeiten verändern sich auch die sogenannten Influencer. Heute werden Personen Markenbotschafter, die nicht durch die klassischen Medien bekannt geworden sind: Heute kann jeder seinen Follower-Kreis im Internet selbst aufbauen und große Zielgruppen auch ohne Radio- oder TV-Präsenz erreichen. Die schier ungreifbare Menge potentieller Markenbotschafter hat zu einem Paradigmenwechsel im Marketing geführt und die Disziplin Influencer Marketing hervorgebracht. Heute besteht die Herausforderung für Marketingabteilungen darin, aus einem Influencer-Überangebot die für sie am besten passenden herauszufiltern.

Was ist Influencer Marketing?

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Vom englischen „influence“ (deutsch: Einfluss) kommend, bedeutet Influencer eine Person, die andere durch ihr Tun und Handeln beeinflusst. Status und Popularität dieser Person spielen hierbei eine entscheidende Rolle. Influencer Marketing ist die Zusammenarbeit mit individuellen Personen, welche eine relevante Menge an Zuschauern, Zuhörern oder Followern ansprechen können.

Influencer sind Multiplikatoren, die Produkte, Marken und ihre Werbebotschaften über diverse Kommunikationskanäle, vor allem aber über das Internet, weiterverbreiten. Deshalb ist Influencer Marketing auch ein schmaler Grat zwischen Werbung und authentischer Berichterstattung im journalistischen Sinn. Multiplikatoren können ihre Botschaften in einem Bild auf Instagram, mit einem Facebook-Posting, auf einer Pinnwand bei Pinterest oder auf ihrem eigenen Blog verbreiten.

Was sind Blogger Relations?

Blogger sind Betreiber und Inhaber eines Blogs, auch Webblog genannt. Aus Begriffen „Web“ und „Log“ zusammengesetzt, bedeutet Blog übersetzt Logbuch oder Tagebuch. Blogs und Blogeinträge sind daher meist sehr persönlich und aus der Ich-Perspektive geschrieben. Die inhaltliche Gestaltung liegt in den Händen der Blogger. Sie berichten über ihr Leben, ihren Alltag und besondere Momente. Sie teilen mit der Welt ihre Wünsche und Hoffnungen und animieren zum Dialog in Form von Kommentaren und Diskussionen.

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Diesen Wirkungskreis haben vor einigen Jahren Unternehmen und Agenturen für sich entdeckt. Sie merkten, dass es über die Online-Magazine und -Portale hinaus Privatpersonen gibt, die im Web Nischenthemen besetzen und damit eine oftmals begehrte und spitze Zielgruppe erreichen. Es sind Filmliebhaber, Beauty-Queens, Techniknerds, Mütter, Wanderfreunde, Koch-Experten oder Weltenbummler, die ihre Leidenschaften, ihre Hobbys oder ihr ganzes Leben auf ihren persönlichen Blogs darstellen und so in den Fokus von Marketingabteilungen rutschen.

Dieser Entwicklung folgend hat sich im Marketing das Feld Blogger Relations etabliert. Der Begriff Blogger Relations ist abgeleitet von Public Relations (PR) und kann als die Beziehung zu und Kontakt-Pflege mit Bloggern verstanden werden. Die stetig zunehmende Anzahl von Blogs führte dazu, dass dieses Teilgebiet der Öffentlichkeitsarbeit einen eigenen Namen erhielt.

Wie grenzen wir Influencer Relations ab?

So rasant sich der Bereich Blogger Relations seit ca. 2013 verselbstständigt hat, so schnell entwickelte er sich zuletzt weiter zu Influencer Relations. Das ist nur konsequent, wenn man die eingangs erwähnten Charakteristika des Internets erneut betrachtet: Im Internet kann jeder Content-Ersteller sein und seine Inhalte und Meinungen publizieren – unabhängig davon, ob er dies auf einem eigenen Blog, auf seinem Instagram- bzw. YouTube-Kanal oder via Snapchat tut.

Der Begriff Influencer Relations bedeutet, dass Unternehmen und Agenturen ihre Kontakte langfristig und auf einer partnerschaftlichen Basis pflegen, um ihre Produkte unauffällig und unentgeltlich in den Medien zu platzieren. Influencer Marketing hingegen ist eine Zusammenarbeit auf Zeit bei kurzfristigen Kampagnen und Aktionen mit klarem Start- und Enddatum, die in der Regel monetär vergütet wird.

Fazit: Influencer Marketing: das hört nicht wieder auf, das fängt jetzt erst richtig an!


Profil von Marlis Jahnke

Marlis_Jahnke_profilEXPERTIN FÜR INFLUENCER MARKETING

Marlis Jahnke ist Unternehmerin – seit 1999 Managing Partner der INPROMO GmbH. Ihre Agentur für Online Kommunikation gründete sie, nachdem sie als Produktmanagerin bei Polydor (heute Universal) für Künstler wie Udo Lindenberg oder Nena mit ihren digitalen Ideen in der Musikindustrie (noch) auf taube Ohren stieß. Sie verabschiedete sich aus der Branche mit ihrem ersten Fachbuch „Der Weg zum Popstar“, das heute noch ein Standardwerk ist. Mit INPROMO folgten 10 Jahre digitale Kommunikation für die Film-, Games,- und Musikbranche.
2014 gründete Marlis Jahnke Deutschlands erste Influencer Marketing-Plattform: HashtagLove hat heute mehr als 6.000 registrierte Influencer und führt erfolgreich Marken mit Influencern aller Social Media Kanäle zusammen. Mit innovativer Matching-Logik, hoher Automatisierung und individueller Kuratierung setzte HashtagLove bereits mehr als 300 reichweitenstarke und authentische Kampagnen für Kunden verschiedenster Branchen um.

buchcoverMarlis Jahnke ist Sprecherin auf wirtschaftlichen und politischen Veranstaltungen, Gastrednerin an der ESCP Europe in Turin und begleitet ehrenamtlich das preisgekrönte deutsch-nordafrikanische Mentoring-Programm „Ouissal“ der ema e. V. Sie lebt mit Mann und Kindern in Hamburg.

Am 10. April erschien ihr Fachbuch „Influencer Marketing“ bei Springer Gabler in der w&v Edition.

 

Credits: Titel Photo mit Laptop by John Schnobrich on Unsplash
Credits: Photo Spaziergänger by Christian Gertsen on Unsplash
Credits: Photo Mädchen mit Kamera by BRUNO CERVERA on Unsplash
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Künstliche Intelligenz: Es passiert jetzt!

Ein Beitrag unserer Expertin Jenny von Podewils

Wir leben in einer Zeit in der sich der technologische Wandel beschleunigt. Anwendungen, die auf künstlicher Intelligenz (KI) basieren, entwickeln sich besonders schnell, denn sie entwickeln sich nicht linear sondern exponentiell.

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Die exponentielle Entwicklung von KI Anwendungen hat drei zentrale Treiber:

  1. Die globale Datenmenge verdoppelt sich ca. alle 18 Monate. Es stehen somit immer mehr Daten als Lerndaten für die Entwicklung neuer KI Anwendungen zur Verfügung.
  2. Wir sehen weiterhin eine exponentielle Verbesserung der Rechenkapazität moderner Computer. Diese immer höhere Rechenleistung ermöglicht neue kommerzielle KI Anwendungen.
  3. Immer mehr künstliche Intelligenz-Algorithmen stehen als Open Source zur Verfügung. Damit haben immer mehr Personen und Firmen Zugang zur Entwicklung von KI Anwendungen.

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Ihr neuer Kollege: Leonardo da Vinci

Gastbeitrag von Daniela Kaiser

„Lösungen sind die Waren und Güter unserer Zeit, und wir sind uns bewusst, dass die uns zur Verfügung stehenden Lösungen unzureichend sind, um unsere Herausforderungen zu bewältigen. Wir brauchen eine neue Sichtweise, um die richtigen Fragen zu stellen.“ (1)

Welche Fragen würde Leonardo da Vinci heute stellen?

Vor 500 Jahren fragte er, wie der Vogelflug auf Flugobjekte übertragen werden kann, um Menschen zu bewegen. Er fragte sich, wie Menschen miteinander kommunizieren, die gerade von einer Intrige innerhalb des Teams erfahren haben (letztes Abendmahl). Und er fragte sich, wie flache Gemälde im Kopf der Betrachter zu lebendigen Bildern werden. „Ihr neuer Kollege: Leonardo da Vinci“ weiterlesen

„Frauen bringen Skills mit, von denen Männer nur träumen können“

Die Wirtschaftsethikerin und ThinkTank-Gründerin Monique R. Siegel kämpft für die Karrierechancen von Frauen. Ein Gespräch über Frauen in der Wirtschaft, falsche Ansätze – und zu viel Gleichheit.

Das vollständige Interview finden Sie online im Handelsblatt.

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Monique R. Siegel:
„Es geht nicht mehr nur um die einzelne Karriere einer Frau, es ist eine volkswirtschaftliche Angelegenheit.“
(Foto: Privat)

Mehr über Dr. Siegel erfahren Sie hier.