Frauen führen (besser?) in der Corona-Krise

Was haben die Länder gemeinsam, die bisher am besten durch die Corona-Krise kommen? Frauen an der Spitze! So titelte Forbes vor einer Woche. Verglichen werden die Verhaltensweisen der Staatschefinnen von Deutschland, Island, Taiwan, Dänemark, Finnland, Norwegen und Neuseeland mit der Vorgehensweise von Trump, Bolsonaro, Obrador, Modi, Duterte, Orban, Putin oder Netanyahu. Hier geht’s zum Artikel.

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Foto: Forbes Bildmaterial

Abgesehen davon, dass es ebenfalls männliche Staatsoberhäupter gibt, die der neuen Herausforderung genauso erfolgreich begegnen, kann man aus diesem interessanten Artikel herauslesen, was wir unter dem Label Future Leadership verhandeln: Wahrheit/Aufrichtigkeit/Transparenz, Entschlossenheit, den klugen Einsatz von Technologie, Empathie und Emotionen.

Interessant ist auch zum gleichen Thema ein CNN-Interview mit Madeleine Albright, der früheren US-Außenministerin: Hier geht’s zum Interview.

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Screenshot CNN Interview

Titelbild: Ausschnitt aus „Monalisa“ von Sumanley xulx auf Pixabay

Wie verändert sich Führung (gerade)?

„Neuer Schwung für agile Powerteams – das richtige Mindset für Führung 4.0“, so ist das Lunch&Learn Webinar mit Prof. Dr. Rappel am kommenden Freitag überschrieben. Bekommen Digitalisierung und Transformation der Unternehmen in der Pandemie Rückenwind? Wird die aktuelle Situation Wirtschaft und Gesellschaft schneller verändern und in die Zukunft katapultieren, als es ohne diese Krise der Fall gewesen wäre? Haben wir hier einen Steigbügelhalter für unsere Wettbewerbsfähigkeit und die Entwicklung von Verständnis und Skills für die Arbeitswelt von morgen? Wie verändert sich Führung, was sind die Herausforderungen? Dies ist ein Text von Professorin Simone Rappel zum aktuellen Bezug Ihres Webinars.

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Prof. Dr. Simone Rappel

Mitten in Coronazeiten erleben wir es live: Selbstorganisation ist gefragt. Sehr viele sind im Homeoffice. Technisch müssen wir dazulernen, viele haben die Aufgabe, ihre Familie neu zu organisieren. Wir erleben die Vernetzung der Mediziner weltweit, das Teilen von Rechnerkapazitäten, um in der Forschung schnell voranzukommen. Und wir erleben Nachbarschaftshilfe.

Es gibt die vielen Helden des Alltags. Da ist nicht einer der Superchef, der alles regelt. Wir erleben die Bündelung von Kompetenzen in crossfunktionalen Teams. Wir sind gemeinsam unterwegs, das Corona Virus zu bekämpfen. Das ist ein starkes Ziel, eine gemeinsame Vision und die bündelt die Kräfte.

Wenn Vizekanzler Scholz sagt: „Dafür gibt es kein Drehbuch!“ benennt er damit gleichzeitig den Rahmen der VUCA-Welt, die agile Formen der Zusammenarbeit hervorbringt. Kennzeichnend für diese Formen ist, dass sie auf selbstorganisierte Teams setzen. Hierarchie, lange Entscheidungswege, Silodenken gelten als Erfolgsverhinderung. „Unbossing“ ist hier ein provokantes Schlüsselwort. Die Heilsversprechen sind entsprechend groß: mehr Effizienz, größere Kundennähe und motiviertere Mitarbeitende. Klingt gut. Allerdings mögen nicht alle diese neue Form der Selbstorganisation und Freiheit: Studien sagen uns, dass nur 44% der Menschen überhaupt bereit, willens und fähig sind zu agilem Arbeiten.

Vielen macht die Autonomie Angst, sie vermissen die Zugehörigkeit, die ihnen Sicherheit gibt. Außerdem hängen die Chefs, groß geworden in der Hierarchie von Top down, immer noch in gewohnter Manier an ihren Privilegien der Macht.  Selbstorganisation ist kein Selbstläufer. Man muss vieles tun, damit wirklich die erhofften Ergebnisse kommen.

„Neuer Schwung für agile Powerteams – Das richtige Mindset für Führung 4.0“ mit Prof. Dr. Simone Rappel, am 3. April von 12 bis 13 Uhr

Aus der bisherigen Erfahrung wissen wir, dass agiles Arbeiten nur klappt, wenn das Mindset stimmt. In diesem Webinar erfahren Sie, was Sie als Führungskräfte ganz konkret tun können, um das Mindset auf agiles Arbeiten auszurichten und welche Werte und Haltungen dabei ganz besonders helfen.

 

Survival-Kit: Fürs Unternehmen und im Homeoffice

Sondertermine in unserer Lunch&Learn Webinarreihe

Heute ist oft schon gar nicht mehr wahr, was gestern neu war: Corona und der Shut-down sind eine große Herausforderung für Unternehmen aber auch für jede*n einzelne*n von uns – ganz persönlich. Wir haben ein Paket aus drei Webinaren geschnürt: Im ersten geht’s darum, eine persönliche Haltung zu gewinnen und mit den eigenen Emotionen klar zu kommen. Es geht auch um Vertrauen in virtuellen Teams. Im zweiten treten wir einen Schritt zurück um einen Überblick zu bekommen und die Situation einzuordnen: Was passiert mit unserer Gesellschaft, was sind die Trends und Impulse. Im dritten Webinar ist das Thema Krisenkommunikation im Fokus. 

Die drei Zusatztermine im einzelnen: 

*“Mit Verstand die Corona-Krise bewältigen“ am 2.4.2020 um 12 bis13 Uhr
Es geht um Ängste, Konflikte auf engem Raum und die individuelle Bewältigung der Herausforderungen, um Teams und Vertrauen im Homeoffice.

*„Lernen aus der Krise“ am 7.4.2020 um 12 bis 13 Uhr
Es geht ums „bigger picture“, wie ordne ich die aktuelle Krise ein: Die Arbeitswelt von morgen, den Megatrend Gesundheit und die Digitalisierung – was sagt die Krise uns über uns und unsere Gesellschaft?

*“Kompass für die Krisenkommunikation“ am 15.4.2020 um 12 bis 13 Uhr
Wir haben einen Kompass für die Krisenkommunikation: Führung ist jetzt angesagt statt Management.

Unser Angebot: Sie bekommen drei Webinare zum Preis von zwei.
*Mit Klick auf die Titel der Webinare (s.o.) kommen Sie auf die detaillierten Inhaltsbeschreibungen und das Buchungstool (Sie können auch jedes Webinar einzeln buchen). Hier geht’s zu unserer Webinar-Landingpage mit allen Lunch&Learn Terminen.

Hier gibt’s noch ein kurze Einladung zum ersten Termin mit der ersten Webinarista, Daniela Dihsmaier:

 

Plötzlich Home-Office: Helfen agile Methoden?

Güldenberg
Lola Güldenberg

Lola Güldenberg hat gerade ihr Büro aus Berlin in eine Scheune im Hunsrück verlegt und leitet von dort aus mehrere Unternehmen und Mitarbeiter an verschiedenen Orten. Da fängt es schon mit der stabilen WLAN-Verbindung an – das sind ganz „diesseitige“ Herausforderungen für die deutschlandweit bekannte Trendforscherin, Innovationsberaterin und Unternehmerin, die mit ihrer Gründung CARLO auch digitale Konzepte zur Unterstützung Pflegebedürftiger und ihrer Angehörigen im ländlichen Raum entwickelt und implementiert. Am 27. März wird sie im Lunch&Learn Webinar um 12 Uhr ihr Wissen und ihre Erfahrungen mit Ihnen teilen.

„Agil? Kenn‘ ich“ – das Webinar mit Lola Güldenberg

Nach dem Improvisieren in der vergangenen Woche stellen sich vielleicht auch bei vielen anderen schon erste (wohltuende) Routinen im Home-Office und im Shut-down-Modus ein. Das bietet wieder Raum für die Gestaltung der eigenen Abläufe: Wenn sich die Ereignisse überschlagen, die Arbeit als unüberwindbarer Berg erscheint und man sich nur noch fragt: Wie ist das alles überhaupt zu schaffen? Dann sind agile Arbeitsmethoden genau das Richtige, um Komplexität zu managen, Prioritäten zu erkennen und ein kleines bisschen die Kontrolle über das eigene Arbeitsleben zurück zu gewinnen.

Für wen eignen sich die unterschiedlichen Modelle?

Sie eignen sich gerade im Home-Office für Kleinstunternehmer und Soloselbständige, für Mittelstandsunternehmen, die jetzt ihre gemeinschaftlichen Arbeitsprozesse ins Digitale verlegen müssen und für Großunternehmen, die ganze Belegschaften zusammenschalten (und sowieso schon in vielen Bereichen „agil“ arbeiten).

Agile Arbeitsmethoden helfen, vor allem den Überblick zu wahren. Sie sind wie ein Katalysator, der schnellere, qualitativ bessere Ergebnisse hervorbringt. Mit Hilfe von agilen Arbeitsmethoden können Sie Wesentliches flexibler erkennen und schneller auf Probleme reagieren. Darüber hinaus motivieren agile Arbeitsmethoden Ihre Mitarbeiter und unterstützen das selbstständige Arbeiten. Aber die agilen Methoden haben auch ihre Tücken. So ist es hilfreich zu wissen, was „agil“ tatsächlich bedeutet.

Welche gibt es und wie wende ich sie sinnvoll an?

Zu Beginn des Webinars „Agil? Kenn ich“  führt Sie Lola Güldenberg in die grundlegenden Techniken agiler Arbeitsmethoden ein und verbindet dies mit klassischen Tipps, die sich auch im Home-Office umsetzen lassen. Wir können Methoden wie Service Design, Design Thinking, Design Sprint, Lean Startup, Scrum, Business Modell Canvas, Kanban etc. zwar nur streifen. Aber Sie lernen agile Methoden im Überblick kennen, können diese schneller einordnen und besser entscheiden, was Sie für Ihren Arbeitsalltag sinnvoll einsetzen möchten.

Panik oder das Bauchgefühl sind keine guten Ratgeber, um durch diese schwierigen, volatilen Zeiten zu manövrieren. Wenn alles ständig im Fluss ist und sich permanent ändert, machen klassische Kaskadenketten kaum Sinn. Deshalb – lernen Sie agile Methoden in diesem Webinar kennen und probieren Sie sie aus!

Hier geht’s zu weiteren Informationen über das Webinar und zur Buchung.


Titelfoto: Kaboompics auf Pexels

Social Distancing? Digital socializen!

Wir feiern unsere Community – mit neuen Mitgliedschaften!

Seit einem halben Jahr entwickeln wir das Konzept für unsere Mitgliedschaften – für alle, die unsere Ziele teilen. Gerade jetzt ist alles am Start und bereit zum Netzwerken und für den next Level unserer Community. Gerade jetzt können wir uns gegenseitig mit unseren gemeinsamen und persönlichen Zielen (auch digital) unterstützen:

tim-marshall-cAtzHUz7Z8g-unsplashDerzeit 40.000 Friends der WOMEN SPEAKER sharen, liken und kommentieren Content und Impulse in unseren Social Media Kanälen und auf unserem Blog, Sie inspirieren uns mit Ihrem Feedback:

Danke dafür! 

Wir haben mit viel Herzblut ein Modell entwickelt, dass jeder*m Optionen für die persönliche Entwicklung bietet und vor allem das Netzwerken eröffnet: Aus Friends werden jetzt „Partner in Crime“, wir bieten den optimalen Support für alle „Trouble Maker“, mit uns gehen „Revolutionistas“ durch die (gläserne) Decke und „Corporates in Mindshift Space“ comitten sich mit der optimalen Unterstützung ihrer weiblichen Führungsriege. Sie haben die Wahl: Ab sofort können Sie Mitglied in unserer WOMEN SPEAKER Community sein – auch wenn Sie (noch ;-)) nicht als Expertin von uns vermittelt werden: Be Part of the Gang!

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Als Mitglied bekommen Sie:

  • Zugang zu unserem Inner Circle auf Facebook und/oder LinkedIn – zum Netzwerken für alle Mitglieder
  • Webinare – inklusive oder mit Rabatt
  • GENERALPROBE –  inklusive oder mit Rabatt
  • Strategieberatung
  • Positionierungsworkshop

Die Mitgliedschaftspakete sind gestaffelt und bieten umfassende Preisvorteile für unsere Angebote – entscheiden Sie selbst: Networking and more für:

Nutzen wir die Chancen, die sich uns jetzt bieten – gestalten wir die Zukunft gemeinsam:
#wirsinddiebewegung – jetzt erst recht, auch im virtuellen Raum!

Hier können Sie Ihre Mitgliedschaft buchen.

 


 *Ja – auch Männer „dürfen“ Mitglied werden: Den Wandel schaffen wir nur gemeinsam!
Foto: Tim Marshall auf Unsplash
Titelbild: Pixabay

 

Let’s celebrate!

 

Hin und wieder wird es Zeit, einen Schritt zurück zu treten und zu feiern, was wir erreicht haben. Das richtet uns neu aus und macht Mut, gibt Kraft und Boden unter den Füßen für den Weg zu neuen Zielen – unbedingt empfehlenswert!

Vor acht Jahren haben wir angefangen,
WOMEN SPEAKER in Mindshift Space – das sind: 

  • 40.000 Friends und Follower in der Community
  • 920 Tage querdenken, reden und Impulse geben
  • 600 Expertinnen im Pool of Female Excellence
  • 836,5 Stunden Leadership-Strategieberatung
  • +210,5% vermittelte Rednerinnen
  • 123 Lunch&Learn Webinare
  • 61 GENERALPROBEN
  • 44 Kooperationen
  • 6 Social Media Kanäle
  • 5 Webseiten, 1 Blog, 1 YouTube-Channel
  • 5 festangestellte Mitarbeiterinnen und eine Chefin
  • 5 Orte an denen wir im agilen Team-SetUp arbeiten
  • 4 Religionen im Team
  • 3 Summits
  • 3 Büro-Umzüge: vom Schreibtisch im Dachgeschoss bis zum Großraum-Büro mit Thinktank und Co-Working Space

Wir waren Vorreiter*innen und Pionier*innen #wirsinddiebewegung: Als wir anfingen, hatten sich nur eine Handvoll Initiativen und noch weniger Unternehmen mehr Vielfalt im Business und mehr Sichtbarkeit für Frauen in der öffentlichen Wahrnehmung auf die Fahnen geschrieben – das Thema hat im Grunde kaum jemanden interessiert. Heute können wir unsere Erfahrungen, unsere Reichweite und unser Know-how mit immer mehr Kooperationspartnern wirkungsvoll teilen. Hinter diesen Zahlen stehen viele nachhaltig erfolgreiche Ideen und Innovationen, aber auch einige, die grandios gescheitert sind. Unsere Lust auf Neues und aufs Ausprobieren in unserem Mindshift Space treibt und inspiriert uns nach wie vor

… und wir freuen uns, dass Sie ein Teil davon sind!

Photo by Leonard von Bibra on Unsplash

„Da geht noch was!“ Podcast mit Regina Mehler und TW-Chefredakteurin Kerstin Wünsch

In der neuen Folge der MICE Innovation Sessions interviewt Tagungswirtschafts Chefredakteurin Kerstin Wünsch Regina Mehler. Wie kam es zur Gründung der WOMEN SPEAKER FOUNDATION vor acht Jahren? Warum ist die Vielfalt auf den Bühnen so wichtig? Was haben wir erreicht?  Darüber plaudern sie am Kaffeetisch: 

(Beitragsbild: Debby Ledet, Unsplash)

Haltung zeigen: Der Schlüssel zum Erfolg?

Fränzi Kühne, Aufsichtsrätin von Freenet und Mitgründerin der Agentur TLGG, kam gemeinsam mit ihrem Co-Founder im November mit dem klaren Statement heraus: Wir lehnen alle Speaker-Anfragen ab, wenn nicht mindestens 50% Frauen auf der Bühne sind. Bei 300 Anfragen im Jahr ist das eine Ansage. „Zukunftsthemen sind Frauenthemen. Darauf bestehen wir. Digitalisierung, Plattformen, Ökosysteme, Wertschöpfung, KI, Zukunft der Arbeit, Cybersecurity, digitale Bildung – das ist nichts für Boys’ Clubs.“, wird Fränzi Kühne zitiert. (1)

Klar, dieses Statement zahlt auf unsere Themen ein und wir haben es gefeiert und geteilt: Denn die WOMEN SPEAKER FOUNDATION ist angetreten, um mehr Frauen auf Podien und in Panels und damit in die öffentliche Wahrnehmung zu bringen. Die zentralen Themen in Wirtschaft und Gesellschaft sind Frauenthemen, wie sie auch Männerthemen sind – nur gemeinsam können wir den aktuellen Herausforderungen begegnen. Aber die Haltung von Fränzi Kühne ist nicht selbstverständlich. Wir erleben oft, dass gerade Frauen diese Position in punkto Diversity als toxisch für ihre Karriere empfinden – nicht ohne Grund.

New Leadership bezieht Position

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Das, was Fränzi Kühne hier tut, hat mit den Kernprinzipien von New Leadership zu tun: Sie bezieht ganz klar Stellung zu einem gesellschaftlichen Thema. Von Unternehmen und CEOs werden heute Antworten auf die gesellschaftlichen und politischen Herausforderungen erwartet. Die Hälfte der 350.000 Teilnehmer*innen einer großen Studie vom März diesen Jahres sind der Ansicht, dass Unternehmen heute mehr in der Verantwortung sind, zu einer besseren Zukunft beizutragen, als die Politik. Über drei Viertel der Befragten – insbesondere Millenials – „treffen ihre Kaufentscheidungen nicht nur aufgrund des reinen Produktnutzens“, erklärt Thomas Sudholdt, Director Insights & Analytics bei Havas Media. Jüngere Generationen haben deutlich höhere Erwartungen an Unternehmen, ihre Arbeitgeber und Marken. Die Studie untermauert, dass es sich für Unternehmen lohnt, Position zu beziehen (2). Nike tut es, Gillette tut es und viele andere Unternehmen positionieren sich gegen Diskriminierung oder Fremdenhass.

Was bedeutet das für Führungskräfte?

Wer sie sind und wie sie von ihrem Eco-System inklusive der eigenen Mitarbeiter eingeschätzt werden, ist für Unternehmen heute ebenso wichtig wie das, was sie verkaufen. „Glaubwürdige Informationen und Botschaften, die zeigen, wo das Unternehmen gesellschaftlich steht und welche Werte dieses lebt, sind für Unternehmen und damit auch für die Menschen das neue Gold.“(3). Bei 79% der Unternehmen sind die Grundwerte im Führungsstil verankert. Das gilt im Vergleich dazu nur bei 34% der weniger erfolgreichen Unternehmen (4).

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Alles beginnt aber bei den Führungskräften, die Leadership auch wahrnehmen. Höhere Komplexität bei einem geringer werdenden Maß an Struktur, weniger Planbarkeit und kürzere Reaktionszeiten: um in dieser Situation erfolgreich zu sein, braucht Leadership Vertrauen und einen glaubwürdigen Wertekanon, der durch eine klare Haltung auch zu politischen und gesellschaftlichen Themen untermauert wird. Vertrauen reduziert Komplexität und Glaubwürdigkeit bietet Orientierung. Dazu gehört Mut, denn es war jahrzehntelang in den Hierarchien nicht gefragt, Haltung zu zeigen und Stellung zu beziehen zu Themen die über die Grenzen des Arbeitsalltags hinausgehen.

Ihre Haltung dazu?

Uns interessiert Ihre Meinung: Wie ist das Klima in Ihrem Unternehmen? Glauben Sie, dass Leadership durch Werte und Haltung wirksamer und erfolgreicher ist?

 


Links zu Artikeln:

(1) t3n:  Diese Aufsichtsrätin verweigert Männerrunden: „Ohne Frauen, ohne uns“

(2) „Haltung bitte! Drei Viertel der Deutschen erwartet von Marken eine klare Positionierung“ über die HAVAS Studie in Absatzwirtschaft

(3) Ernst Primosch: Retten Unternehmen und Medien unsere Demokratie? In Horizont, 5. Februar 2019

(4) Wertekommission, Initiative wertebewusste Führung (2007), Wertegetriebene Unternehmen auf dem Vormarsch

XING Talk mit Regina Mehler: Frauen in Führung – wie Sie sich aus der Fleißfalle befreien können

Ein Blick in die Führungsetagen zeigt, Frauen sind deutlich unterrepräsentiert. Das wollen wir ändern: Regina Mehler hat die Women Speaker Foundation gegründet, um Frauen in die Sichtbarkeit zu bringen. Im XING Talk gibt sie Tipps, wie Sie die eigene Karriere angehen können.

„Wenn Sie gefragt werden, ob Sie ein Projekt annehmen wollen oder einen Vortrag halten möchten – zögern Sie nicht. Zeigen Sie Mut zur Lücke.“

Es geht um’s „Ja“ sagen und darum in die Verantwortung zu gehen. Regina Mehler macht Mut und inspiriert: Sie redet in diesem Xing-Talk mit vielen Beispielen aus ihrer eigenen Karriere und aus ihrer Erfahrung darüber, wie’s geht.

Wer ist Ihr Lieblingsschauspieler?

Da denkt man doch sofort an, hmm: Brad Pitt, Johnny Depp, Ryan Gossling, Nicholas Cage oder vielleicht auch an Benedict Cumberbatch? Bei dieser Frage fällt den meisten von uns jedenfalls nicht gleich der Begriff „generisches Maskulinum“ ein. Aber einigen schon, und die antworten dann vielleicht Emma Thompson, Kate Blanchett oder Tilda Swinton.

Denken wir also bei der Frage nach dem Lieblingsschauspieler gleich an Männer – oder auch an Frauen? Und wie ist das bei Ingenieuren, bei Software-Entwicklern oder auch bei Gründern? Werden Frauen gleich mitgedacht oder fühlen sich Frauen da nicht angesprochen? Wie fair ist unsere Sprache? Wie männlich sind männliche Berufsbezeichnungen?

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Kann Sprache überhaupt unfair sein?

Klar, dass wir darüber nachdenken, sehr intensiv sogar. Wir wollen nicht ausgrenzen, aber wir legen Wert auf Sprache und mögen keine unlesbaren, sperrigen Texte. Diese und andere gängige Vorurteile gegen gendergerechte Sprache sind in Studien1 aber widerlegt worden: Weibliche und männliche Leser*innen zeigten bei unterschiedlichen Fassungen derselben Texte

  • dieselbe Erinnerungsleistung
  • die Verständlichkeit der beiden Fassungen wird gleich bewertet
  • die Lesbarkeit wird gleich bewertet
  • nur die männlichen Teilnehmenden bewerteten die Variante mit dem generischen Maskulinum besser

Das gilt umso mehr, wenn wir an jüngere Absolvent*innen denken, die von der Uni ins Berufsleben kommen: An Hochschulen ist gendergerechte Sprache Pflicht – jedenfalls wesentlich mehr durchgesetzt als in Unternehmen. Deswegen reagieren sie anders auf den geläufigen Umgangston und wenden sich eher ab oder fühlen sich nicht gemeint. Das Gendersternchen ist für sie Standard, keine*r stolpert darüber – das Vorhandensein wird positiv bewertet, so ein Ergebnis von fairlanguage aus einer Untersuchung über die Wirkung von Texten in Stellenausschreibungen.

Unbenannt

„Paragraphs containing masculine generics were less well understood by and felt less relevant to (female) participants with a feminist stance (…)“2

In den „weiblichsten“ Stellenanzeigen werden Softwareentwickler*innen gesucht

Lady_BossStellenanzeigen werden heute insgesamt eher weiblicher formuliert3. Das mag daher rühren, dass in manchen Branchen und Berufen händeringend Bewerber*innen gesucht werden. Man weiß aber, dass Frauen sich auf Stellenanzeigen mit männlichen Sprachcodes eher nicht bewerben. Das hat dazu geführt, dass immer mehr Stellenanzeigen eher weiblich betextet werden. Begriffe wie durchsetzungsfähig, selbstbewusst, analytisch, aktiv oder unabhängig sprechen Frauen weniger an als Wörter wie verständnisvoll, freundlich, unterstützend oder gemeinsam. So werden heute in den „weiblichsten“ Stellenanzeigen Softwareentwickler*innen gesucht.

Aber liegt das ausschließlich am Bewerber*innen-Mangel? Oder geht es hier auch um den Generationswechsel und darum, dass in digitalisierten Unternehmen ein soziales Skillset erfolgreicher ist als ein dominanter Führungsstil?

„Fröhlichen Frauen wird kein Führungswille zugetraut – stolzen schon“

Bildschirmfoto 2019-10-29 um 10.36.01Unsere Bias halten sich tapfer – bei Männern und vor allem auch bei Frauen: Untersuchungen4 zeigen, dass Männer in Empfehlungsschreiben anders beschrieben werden als Frauen – auch von Frauen. Texte über Männer sind länger und genauer. Sie werden eher als genial, brillant und ideenreich bezeichnet (superb, outstanding, remarkable, exceptional), während Frauen eher in ihren Verhaltensweisen und in der Ausführung ihrer Tätigkeit beschrieben werden (sensitive, caring, kindly, friendly, maintaining relationships). Das spiegelt sich auch in den untersuchten Bewerbungsschreiben: Frauen beschreiben sich eher in einer Beziehungs- als in einer Handlungs-orientierten Weise (communal vs agentic). Stimmt’s? Werfen Sie mal einen Blick auf die eigenen Bewerbungen.

„Being fair means uncovering as many of the societal prejudices and biases that can pervade our selection systems. In short, words do matter. It’s time for women to stop being “nice,” and, it’s certainly time to stop describing them as such.”4

Aber es geht noch weiter – bis in die C-Suite: „Stereotype spielen (auch) bei der Auswahl von Spitzenpersonal im Unterbewusstsein eine entscheidende Rolle“, so Prof. Isabell Welpe5: „Vor allem fröhlich wirkenden Frauen wird wenig Führungswillen zugetraut. Umso größer ist die Wirkung, wenn sie Stolz zeigen.“

Es geht um die Sichtbarkeit von Werten und Haltung – um die DNA eines Unternehmens

Es tut sich was – aber der Weg ist noch weit. Sprache ist dabei ein Indikator für den Wandel, aber auch ein Treiber. Sie zeigt uns die eigenen Vorurteile. Je mehr wir uns mit Sprache auseinandersetzen und sensibel damit umgehen, desto mehr ist uns bewusst geworden, dass Sprache Handeln ist. Faire Sprache geht weit über Gendersternchen und Binnen-I oder das inzwischen allen vertraute m/w/d hinaus. Sie ist ein Statement – gerade auch für die Kultur eines Unternehmens – das Werte transportiert und sichtbar macht. Sprache trägt dazu bei, Potenzial in der Gesellschaft zu erschließen, sie fördert Diversität und eine inklusive Kultur – oder anders ausgedrückt:

„Gerechte Sprache allein schafft noch keine gerechte Welt. Aber indem wir sie verwenden, zeigen wir, dass wir eine gerechte Welt überhaupt wollen.“ Anatol Stepanowitsch, Sprachwissenschaftler

Viel Spaß beim “Gendern”!

Hebamme


Literatur

1 Aus Gründen der Verständlichkeit …“: Der Einfluss generisch maskuliner und alternativer Personenbezeichnungen auf die kognitive Verarbeitung von Texten:  Friederike Braun, Susanne Oelkers, Karin Rogalski, Janine Bosak, Sabine Sczesny

2 “Representation of the sexes in language”, MacKay (1980) zietiert in Stahlberg, Irmen, Braun, Szesny (2007)

3 Untersuchung von Stellenanzeigen des Portals Joblift 2018

4 „How We Describe Male and Female Job Applicants Differently“ ,(2018) Hebl, Nittrouer, Corrington, Madera in Harvard Business Review

5 Auswahl und Beurteilung von Führungskräften in Wissenschaft und Wirtschaft – wie unterscheiden sich Männer und Frauen?“, Prof. Isabell Welpe, Prof. Claudia Peus