„Human is the next big thing“: Digitalisierung, leicht gemacht

„Human is the next big thing: Das ist unsere Chance!“ Dr. Rebekka Reinhard holt die Philosophie aus dem Elfenbeinturm und setzt sie da ein, wo sie hingehört: ins wirkliche Leben – in eine „VUCA“-Welt der Unübersichtlichkeit. „Das tun, was die anderen tun, war gestern. Heute sind Mut, Neugier und Selber-Denken angesagt.“ Dies ist ein Text von ihr zum Thema Künstliche Intelligenz und Digitalisierung. 

Das rasante Tempo, mit dem Digitalisierungsprozesse unsere Realität verändern, veranlasst zum Stirnrunzeln: Wie viel Wandel pro Jahr und Tag kann der Mensch eigentlich verkraften? Dass Algorithmen, künstliche Intelligenz und smarte Objekte längst unseren Alltag mitbestimmen, formt uns nicht automatisch zu hoffnungsfrohen, „veränderungsflexiblen“ Lebewesen. Im Gegenteil. Die Umwälzungen in der Arbeitswelt, die sich schon heute bemerkbar machen, bewirken eher das Gegenteil – Veränderungsresistenz und Unfehlbarkeitsdogmatik. Beides dient der Komplexitätsreduktion in einer Zeit, in der die Gesellschaft insgesamt von nervöser Erregung, der „Macht von Stimmungen“ durchdrungen ist, wie Soziologe Heinz Bude konstatiert.

 Hierarchie-befreite Kooperation in coolen Workspaces

Kann nicht einfach alles bleiben, wie es ist? Nein. Auch in deutschen Unternehmen hat sich inzwischen herumgesprochen, dass man mit Planung und Kontrolle nicht weiter kommt. Man bekräftigt seinen Willen zur Disruption, zu Experimentiergeist und einer ordentlichen Fehlerkultur. Ohne Scheitern kein Erfolg, lautet das neue Mantra. Und was kommt nach dem erfolgreichen Scheitern, was sollte danach kommen? Ein Sinn, den man vor lauter Zahlen, Daten, Fakten ganz aus den Augen verloren hatte. „Purpose“ hat in Zeiten des Wandels Hochkonjunktur: ein Sinn, der für engagierte, intrinsisch motivierte, selbstverantwortliche Teamwork steht. Für eine Hierarchie-befreite Kooperation in coolen Workspaces, wo fröhliche Menschen in Jeans und Turnschuhen wertschätzend aufeinander einwirken, um Innovationen am laufenden Bande hervorzubringen.

Die Ethik soll es richten

Wirklichkeit oder Farce? Aus der neuen Nachdenklichkeit vieler Unternehmen spricht jedenfalls ein neues Bewusstsein: Die Ethik soll es richten. Sie soll inmitten des Wandels die nötige Balance zwischen Agilität und Stabilität ermöglichen; Sinn einerseits in Selbstführung und Selbstorganisation verorten, andererseits in Gemeinschaft und Zugehörigkeit. Das Problem ist nur: Diese Ethik lässt sich nicht am Reißbrett entwerfen. Ethisches Bewusstsein kann nicht durch einen mehr oder weniger künstlich konstruierten „Sinn“ gestärkt werden. Es verfestigt sich weder durch „erlerntes Scheitern“ noch durch clever vermarktete Ideologien der Selbstorganisation noch durch die „Authentizität“ der zwangsverordneten Duz-Gemeinschaft. Sondern nur mit Ritualen und Routinen, die intrinsisch sinnvoll sind; im Job wie im Leben insgesamt.

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Eine Haltung der Leichtigkeit

Das geht nicht mit Schwere und Schwermut – das geht nur mit Leichtigkeit. Lassen wir los von all den „Problemen.“ Fragen wir uns: „Wofür lebe ich?“ und drücken die Reset-Taste. Was jetzt gefragt ist, ist eine Haltung der Leichtigkeit. Wir gewinnen sie, indem wir 

> mehr spinnen als planenDenn den Spinnern gehört die Zukunft. Kreativen Menschen, die aus ihrem Hirn und Herz heraus zukunftstaugliche „Netze“ weben – Ideen, Strategien, Praktiken, die durch unsere VUCA-Welt tragen und auffangen. Spinnen nimmt dem Leben sein Gewicht und seine Härte und verleiht ihm mehr Unbeschwertheit.

mehr fühlen als rechnenWer mit dem Kopf fühlt und mit dem Herzen denkt, ist nicht unbedingt ein großer Mathematiker. Womöglich aber ziemlich mutig. Mut ist eine ethische Basistugend – und die Essenz der Leichtigkeit. Wie Theodor Fontane schrieb: „Zwischen Hochmut und Demut steht ein Drittes, dem das Leben gehört. Und das ist ganz einfach der Mut.“

mehr trödeln statt hetzenWir können noch so rennen – Algorithmen und Roboter werden schneller sein. Das ist unsere Chance. Wer zu schnell liebt, arbeitet, lebt, ist früher tot. Hirn und Herz des Menschen können nur langsam reifen. Entdecken wir unsere Menschlichkeit neu. Die allzumenschlichen Freuden des Prokrastinierens, des Abschweifens, der Selbstreflexion.

P. S. Künstliche Intelligenz, die menschlich wirken soll, braucht Menschen, die den Namen verdienen. „Human is the next big thing.“


Profil von Dr. Rebekka Reinhard

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Dr. Rebekka Reinhard ist freie Philosophin, international tätige Rednerin und TEDx Speaker („On the absurd“). Einem breiten Publikum bekannt wurde Rebekka Reinhard als SPIEGEL-Bestseller-Autorin, als Redakteurin der Philosophie-Zeitschrift „Hohe Luft“ und Kolumnistin bei der „Süddeutsche Zeitung“. Ihre Bücher, darunter „Die Sinn-Diät“ , „Würde Platon Prada tragen?  und „Kleine Philosophie der Macht (nur für Frauen)“ wurden in mehrere Sprachen übersetzt.

Als Keynote Speaker für Unternehmen und philosophische Beraterin für alle, die zu neuen Horizonten aufbrechen wollen, ist Dr. Rebekka Reinhard überzeugt: In Zeiten des Wandels ist Orientierung wichtiger denn je. Wenn wir unsere Zukunft glücklich und erfolgreich gestalten wollen, brauchen wir keine Patentrezepte. Wir brauchen Inspirationen aus dem think tank der größten Denker und Denkerinnen aller Zeiten.

Dr. Rebekka Reinhard legt nicht nur großen Wert auf theoretische Expertise, sondern auch auf den ethischen Grundsatz des sozialen Engagements: So arbeitete sie acht Jahre lang mit stationären Depressions- und Burnout-Patienten des Klinikums der Ludwig-Maximilians-Universität München sowie mit stationären Patienten der Onkologie. Heute engagiert sie sich mit philosophischen Workshops für Jugendliche unter anderem für die gemeinnützige Organisation „Dein München e. V.“

Mehr Informationen über Dr. Rebekka Reinhard finden Sie auf unserer Webseite und auf ihrer Homepage: philosophy works!

Credits:
Foto Rebekka Reinhard: Copyright by Peter Lindbergh
Titelbild: Copyright Gabriela Parra / unsplash
Foto Möwen: Copyright YesManPro / pexels

 

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12 zukunftsweisende Macherinnen in Wirtschaft und Gesellschaft

Dies ist der zwölfte von 12 Blogbeiträgen über erfolgreiche und spannende Frauen in der deutschen „New Green Economy“. Freut Euch auf Insider-Beiträge über Gesellschafts- und Wirtschaftsthemen mit frischen Perspektiven von Frauen, die etwas bewegen. Die Blogserie „12 REMARKABLE WOMEN IN GREEN ECONOMY“ ist ein Kooperationsprojekt von WOMEN SPEAKER FOUNDATIONEcopreneur und UnternehmensGrün.

Dagmar Fritz-Kramer: #HowTo combine ecofriendly buildings with great design

Für mich ist es eine Lebensaufgabe, mit ökologisch wertvollen und nachhaltig gebauten und für die Bewohner wohngesunden Gebäuden, einen wichtigen Beitrag zum Schutz unserer Erde zu leisten. Jedes unserer aus nachwachsenden Rohstoffen und gesundheitsgeprüften Materialien realisierte Haus trägt mit einer langfristigen  Reduktion von mehr als 40 Tonnen CO2 aktiv zum Klimaschutz bei. Unsere Hausmanufaktur betreiben wir atomstromfrei mit 100 % Eigen-, und Naturstrom! Ich möchte mit meinen engagierten Mitarbeitern die Welt etwas gesünder bauen. Auch die gesunden Arbeitsplätze und die Zufriedenheit meiner Mitarbeiter*innen liegen mir sehr am Herzen.

Schon in meiner Kindheit wurde mein Bewusstsein für die Umwelt und das naturgesunde Wohnen durch den Krebstod meiner Mutter geprägt, verursacht durch Wohngifte in meinem Elternhaus. Als Konsequenz zogen wir aus diesem konventionell gebauten Haus aus und mein Vater Hubert Fritz baute für uns ein neues Ökohaus.  Gleichzeitig begann er in den 80er Jahren das gesamte Holzbauunternehmen zu einem nachhaltigen Ökohausbauunternehmen umzubauen. In der eigenen Forschungsabteilung entstanden bei Baufritz über 40 teilweise weltweite Patente für ökologisch wohngesundes Bauen.

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In der Baubranche und in der Öffentlichkeit finden auch heute noch gesundheitsgefährdende Emissionen aus Bau-, und Dämmstoffen, Klebern, Farben, etc. viel zu wenig Beachtung! Die Folge sind auch riesige Mengen an zu entsorgendem Sondermüll aus der Baubranche.

Bei meinem Eintritt 1999 ins Unternehmen und bei der späteren Übernahme der kaufmännischen Geschäftsführung  hatte ich ziemlich klare Vorstellungen davon, das Thema „Ökologisch Bauen“ aus seiner etwas verstaubten Nische heraus zu führen.  Es fehlte den Häusern einfach das Design und eine moderne Architektursprache um eine neue, jüngere und designorientierte Käuferschicht anzusprechen. Frisch und voller Tatendrang: Grünes und richtig gesundes Wohnen sollte vor allem auch stilvoll und formschön wirken. Es macht einfach keinen Sinn, immer etwas von Wohngesundheit zu erzählen, wenn das Produkt nicht auch optisch attraktiv wirkt. Pioniergeist ist super, aber Innovation muss auch gefallen.

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HLS (Himmer) Kent, UK, Summer 2015 Photographer Joakim Borén,

Saegespaene_kleinDiese Kombination aus wirklich individueller und hochwertiger Architektur mit einem möglichst kompromisslosen Anspruch an wohngesunde Baumaterialien ist bis heute das wesentliche Erkennungsmerkmal von Baufritz. Daran lassen wir uns gerne messen und der Erfolg gibt uns recht.

Ein weiteres Geheimnis unseres Erfolgs ist natürlich auch ein starker Fokus auf die Mitarbeitermotivation. Mir ist es wichtig, dass jeder Beschäftigte bei Baufritz seine Aufgabe mit Herzblut angeht. Ich will die Stärken jedes Einzelnen erkennen, die Mitarbeiter nach ihren Vorlieben einsetzen und entsprechend fördern. So entsteht idealerweise auch eine Motivation von innen heraus. Dieses Engagement kann ich dann auch einfordern – Mitarbeitermotivation beruht auf Gegenseitigkeit! Die Zahlen zeigen, wie gut das funktioniert: Wir haben ziemlich viele Mitarbeiter mit einer Betriebszugehörigkeit von 10 bis 45 Jahren und eine Fluktuationsrate von nur 3%. Das finde ich schon sensationell und darauf bin ich auch ein bisschen stolz.

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Wir beteiligen unsere Mitarbeiter auch ganz aktiv an Entscheidungen und haben dazu ein großes Führungsteam gebildet. Diese „Ritter der Tafelrunde“ sind für mich immer wieder ein Garant für vielfältige Lösungen. Dazu gibt es bei uns eine stetig gewachsene Ideenkultur, von denen die besten Ideen auch regelmäßig umgesetzt werden.

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Und für mich als Mutter ist natürlich das Allerwichtigste, dass wir eine eigene Kindertagesstätte geschaffen haben. Dieses Angebot einer permanenten Tagesbetreuung haben wir zusammen mit unseren Mitarbeitern entwickelt. Auch wenn das manchmal wirklich banal klingt: Kinder sind einfach unsere Zukunft. Für mich gibt es nichts Schöneres, als ihnen möglichst viel Zeit mit ihren Eltern zu geben und gleichzeitig mit ökologisch wirklich nachhaltigen Gebäuden dafür zu sorgen, dass der Planet, auf dem sie groß werden, gesund ist und erhalten bleibt.

 


Profil Dagmar Frtitz-Kramer

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Dagmar Fritz-Kramer studierte an der Fachoberschule Weiden und der Fachhochschule Rosenheim Innenarchitektur und schloss ihr Studium 1998 mit dem Diplom ab. Im Anschluss trat sie in den elterlichen Betrieb Bau-Fritz GmbH & Co. KG in Erkheim als Innenarchitektin und zugleich Gesellschafterin ein. Von 1999 bis 2002 vollzog Fritz-Kramer das berufsbegleitende Aufbaustudium Wirtschaftsingenieurwesen an der Hochschule Biberach. Von 2002 bis 2004 hatte sie die Bereichsleitung Planung bei Bau-Fritz inne. Im Jahr 2004 erfolgte Ihre Berufung zur geschäftsführenden Gesellschafterin der Bau-Fritz GmbH & Co. KG.

2008 wurde Frau Fritz-Kramer von Veuve Clicquot zur „Unternehmerin des Jahres 2008“ gekürt und zudem vom Handelsblatt mit der Auszeichnung „Karriere des Jahres 2008“ geehrt. Im Jahr 2015 erhielt Dagmar Fritz-Kramer den Bayerischen Verdienstorden für ihr herausragendes Engagement im ökologischen und sozialen Bereich von Ministerpräsident Horst Seehofer verliehen.

 


Diese Serie entsteht in Zusammenarbeit mit unseren Kooperationspartnern:
Ecopreneur und UnternehmensGrün.

 

Gender Mix

Dies ist der siebte von 12 Bar-Talks mit den Werte-getriebenen Unternehmerinnen Alyssa Jade McDonald Bärtl, Martina Merz und Regina Mehler. Die drei Unternehmerinnen reden über das Thema Gender Mix auf der Bühne und in den Führungsetagen: Wie fühlt es sich an, als einzige Frau in einem Panel, das ansonsten nur aus Männern besteht? Warum liegt im Mix die Innovationskraft?

Sie sind Change Maker, ihr Ziel: Sie treiben den Wandel im Business und in der Gesellschaft voran – für Nachhaltigkeit, Green Economy, soziale Ziele in der Gesellschaft, neue Führung in Unternehmen und für mehr Frauen als Entscheiderinnen in Spitzenpositionen. Sie tauschen sich in 10-minütigen Bar-Talks über Themen aus, die ihnen in ihren Communities immer wieder in Form von Fragen gestellt werden.

Es geht um Einschätzungen, Erfahrungen, ihren Alltag im Business und die Art und Weise, wie sie hands-on und street-smart ihre Ziele verfolgen und umsetzen. Alyssa Jade McDonald Bärtl ist Social Entrepreneur und u.a. Gründerin von ChangeMaker.land, Martina Merz ist Gründerin und Inhaberin der Agentur mërz punkt – spezialisiert auf Umwelt und Nachhaltigkeit, und Regina Mehler ist Serial Founder, Inhaberin der WOMEN SPEAKER FOUNDATION und von 1ST ROW.

Mehr Informationen finden Sie hier:

UnternehmensGrün Webseitehttp://www.unternehmensgruen.org/
mërz.punkt Webseitehttp://www.merzpunkt.de/
Women Speaker Foundation Webseitehttp://www.women-speaker-foundation.de/ facebook ▹ https://www.facebook.com/women.speaker
ChangemakerLand Webseitehttps://changemakerland.mykajabi.com/

Ehrenamt

Dies ist der sechste von 12 Bar-Talks mit den Werte-getriebenen Unternehmerinnen Alyssa Jade McDonald Bärtl, Martina Merz und Regina Mehler. Die drei Unternehmerinnen reden über die Bedeutung des gesellschaftlichen Engagements für ihre Arbeit.  

Sie sind Change Maker, ihr Ziel: Sie treiben den Wandel im Business und in der Gesellschaft voran – für Nachhaltigkeit, Green Economy, soziale Ziele in der Gesellschaft, neue Führung in Unternehmen und für mehr Frauen als Entscheiderinnen in Spitzenpositionen. Sie tauschen sich in 10-minütigen Bar-Talks über Themen aus, die ihnen in ihren Communities immer wieder in Form von Fragen gestellt werden.

Es geht um Einschätzungen, Erfahrungen, ihren Alltag im Business und die Art und Weise, wie sie hands-on und street-smart ihre Ziele verfolgen und umsetzen. Alyssa Jade McDonald Bärtl ist Social Entrepreneur und u.a. Gründerin von ChangeMaker.land, Martina Merz ist Gründerin und Inhaberin der Agentur mërz punkt – spezialisiert auf Umwelt und Nachhaltigkeit, und Regina Mehler ist Serial Founder, Inhaberin der WOMEN SPEAKER FOUNDATION und von 1ST ROW.

Mehr Informationen finden Sie hier:

UnternehmensGrün Webseitehttp://www.unternehmensgruen.org/
mërz.punkt Webseitehttp://www.merzpunkt.de/
Women Speaker Foundation Webseitehttp://www.women-speaker-foundation.de/ facebook ▹ https://www.facebook.com/women.speaker
ChangemakerLand Webseitehttps://changemakerland.mykajabi.com/

12 zukunftsweisende Macherinnen in Wirtschaft und Gesellschaft

Dies ist der elfte von 12 Blogbeiträgen über erfolgreiche und spannende Frauen in der deutschen „New Green Economy“. Freut Euch auf Insider-Beiträge über Gesellschafts- und Wirtschaftsthemen mit frischen Perspektiven von Frauen, die etwas bewegen. Die Blogserie „12 REMARKABLE WOMEN IN GREEN ECONOMY“ ist ein Kooperationsprojekt von WOMEN SPEAKER FOUNDATION, Ecopreneur und UnternehmensGrün.

Dr. Odette Deuber: #HowTo
Unternehmerischer Klimaschutz

Unternehmertum und Klimaschutz sind eng verknüpft: Beides erfordert mutige Visionen und davon konkret abgeleitete Ziele. In beiden Feldern geht es darum, loszugehen,  Erfahrungen zu sammeln und – so leidig es ist – immer wieder zu stolpern, das Knie aufzuschlagen oder sich eine blutige Nase zu holen, sich wieder aufzurappeln, neue Fragen zu stellen, zuzuhören, zu lernen und alte Gedanken und Muster über Bord werfen. Mit einer dankbaren Perspektive auf das Funktionierende. Mit einer sachlichen Analyse auf das noch nicht Funktionierende – um neue Weichen zu stellen.

Der Klimawandel ist zeitlich, räumlich und emotional weit weg, nicht fassbar – kein böser Ritter im schwarzen Gewand – und so unterschätzen wir ihn systematisch. Doch wenn wir ihn und die Gefahren und Auswirkungen auf unsere Welt ernst nehmen, überkommt uns Hilflosigkeit, Ohnmacht und Ratlosigkeit. Wenn wir ihn nur als Katastrophe wahrnehmen, wenn unser Handeln nicht mit unserem Wissen übereinstimmt, gehen wir auf Abwehr, ignorieren, reden das Problem klein und bleiben bei liebgewonnenen Gewohnheiten. Verständlich, menschlich, aber nicht die Lösung.

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Es ist auch die Aufgabe unternehmerischen Handels, das Begrenzen des Klimawandels als einen gesellschaftlichen Auftrag und als Chance zu verstehen, die Herausforderung anzunehmen und eine erfolgreiche Positivstrategie zu entwickeln.

Den Klimaschutz zur Chefsache erklären

Als UnternehmerIn kann ich meine Vision zur Chefsache erklären und sie nah, menschlich, persönlich und dringend machen. Ich kann einen wertschätzenden und kommunikativen Rahmen schaffen, in dem die Menschen dort abgeholt werden, wo sie sind. Ich kann Impulse zum Handeln setzen, indem ich neue Wege und Optionen aufzeige und mutig losgehe. Im Miteinander funktioniert dies am besten, wenn jeder auch das tut, was ihm Freude bereitet. Positive Veränderungen gründen sich nicht auf Angst, Gewohnheit, Pflicht oder Schuld sondern auf Mut, Freude, Zuversicht, Leidenschaft und gemeinsamen Handeln. Genau das können wir auch auf den Klimaschutz übertragen.

 

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Der CO2-Rechner zum Mitmachen

Mit unseren weitverbreiteten CO2-Rechner (z.B. uba.co2-rechner.de) sowie der passenden Broschüre (http://bit.ly/2IhDIsA) schaffen wir das Bewusstsein für Klimaschutz, werben für die Vision einer klimaneutralen Welt. Mit diesem Tool, mit dem bereits mehrere Millionen persönliche CO2-Bilanzen erstellt wurden, laden wir jeden ein, mitzumachen:

  • den eigenen CO2-Footprint zu berechnen (Wie viele CO2-Emissionen verursache ich?),
  • den Blick auf die Erfolge zu richten – auf den CO2-Handprint (Wo habe ich bereits zum Klimaschutz beigetragen?),
  • zielgerichtet ins Handeln zu kommen (Wo kann ich mit persönlichem Mehrwert substanziell beitragen?).

Im CO2-Szenario wird aufgezeigt:

  • Was die Klimaschutzziele von Paris kurz-, mittel und langfristig für den Bürger bedeuten,
  • was die Stellschrauben auf dem Weg sind (Konzentration auf Wesentliches) und
  • wie wir als Gesellschaft die Ziele gemeinsam erreichen können (soziale Bewegung).

Warum also zögern? Machen Sie mit!


Profil Dr. Odette Deuber

dr-odette-deuber_klein.jpgDr. Odette Deuber ist geschäftsführende Gesellschafterin der gemeinnützigen Gesellschaft KlimAktiv gGmbH und der KlimAktiv Consulting GmbH. Nach ihrem Ingenieursstudium war sie mehrjährig in der wissenschaftlichen Politikberatung im Bereich Klimaschutz tätig. Mit einer angewandten Promotion in Klimawissenschaften begleitet sie seit 2012 mittelständische Unternehmen und öffentliche Institutionen in Fragen des Klimaschutzes, insbesondere zur unternehmerischen CO2-Bilanz und Klimaschutzstrategie. Aktiv ist sie auch im Vorstand von UnternehmensGrün, dem Bundesverband nachhaltiger Unternehmen. Sie ist zertifizierte Trainerin und Mutter zweier Kinder.


 

Diese Serie entsteht in Zusammenarbeit mit unseren Kooperationspartnern:
Ecopreneur     und     UnternehmensGrün

 

scale11: Europas größte Plattform für Start-ups

Geboren aus der Idee, im Rahmen der CEBIT eine Leuchtturmveranstaltung für Start-ups zu initiieren wurde aus scale11 in drei Jahren die Blaupause für die radikalen Veränderungen, mit denen sich die CEBIT 2018 erstmals als Digital Business Festival präsentiert. scale11 bietet in diesem Jahr einen spannenden Mix aus erprobten und innovativen Formaten für Start-ups. Angekündigt sind u.a.: eine Startup-Stage für Live-Pitches und Panel-Diskussionen, Community-Areas und Aktivitäten wie Business-Speeddatings oder ein Barcamp. Im Interview: Jutta Jakobi, Global Director ICT & Digital Business bei der Deutschen Messe AG und verantwortlich für scale11.

Frau Jakobi, was ist scale11 und was macht diese Plattform für Start-ups interessant?

Auf der CEBIT treffen Start-ups mit ihren B2B-Lösungen auf einen unglaublich großen Schatz. Jeder der 3.000 Aussteller aus der Digitalbranche ist ein potenzieller Partner, jeder Besucher ein potenzieller Kunde. Ausgangspunkt der Schatzsuche ist die Plattform scale11. Wir stellen das Netzwerken, den wichtigsten Faktor für alle Teilnehmer, in den Mittelpunkt.

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Bei der Entwicklung der Formate arbeiten wir eng mit den Kollegen vom Bundesverband Deutsche Startups zusammen und holen uns von dort immer Feedback. Auch bei der Umsetzung des Bühnenprogramms spielt der Verband eine aktive Rolle. Wir stellen den enormen Nutzen für die Start-ups in den Vordergrund. Wir nehmen den jungen Unternehmen im Prinzip die komplette Marketingarbeit, den Standbau und die -planung ab und halten ihnen den Rücken frei.

Dabei ist scale11 für die CEBIT ein Investitionsprojekt. Wir refinanzieren einen Teil der Kosten über die Sponsorships und Flächenbeteiligungen der etablierten Firmen. Der Beitrag, den die Start-ups für die Beteiligung leisten, ist kostendeckend. Das war uns von Anfang an wichtig, und das erklären wir jedem Start-up. Wenn man sich das Ergebnis anschaut, ist der Aufwand das einfach wert.

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Wen trifft man in diesem ganz besonderen Ecosystem – wie würden Sie die Dynamik beschreiben?

Das Beispiel unserer Corporate Pitches beschreibt die Dynamik ganz gut: Ein Konzern – egal ob Automobilhersteller, Energieversorger, Medienkonzern oder Versicherung, teilt uns im Vorfeld der CEBIT mit, zu welchen konkreten Lösungen und Ansätzen momentan Partner für Kooperationen gesucht werden. Wir laden alle Start-ups, die sich als Aussteller bei scale11 angemeldet haben, ein, sich für diesen Pitch zu bewerben. Die ganze Administration und Logistik erledigen wir. Der Corporate nimmt aus den Anmeldungen zehn bis zwölf Start-ups in die engere Auswahl, für die wir im Rahmen der CEBIT an einem Tag einen Pitch mit dem Konzern organisieren. Im Schnitt nutzen pro Jahr vier bis fünf Corporates dieses Format.

Jedes Start-up, das bei scale11 teilnimmt, erhält in der Halle seine eigene Workstation, da unterscheiden wir uns nicht von anderen Veranstaltungen. Den Unterschied machen eben die Formate, die wir für die Startups um diesen klassischen Teil herum kreieren, um den Unternehmen den Zugang zu den potenziellen Kunden, Partnern und Investoren zu erleichtern.

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Wir haben sowohl von den Start-ups, als auch von den Coporates sehr positives Feedback bekommen. Die Corporates sagen uns, dass sie wider Erwarten Start-ups dort treffen, die sie nicht schon vorher bei zehn anderen Pitches gesehen haben. Das liegt sicher auch an der Internationalität – eine Folge der Vielzahl von geförderten Gemeinschaftsständen, die ihre Start-ups zur CEBIT bringen. Auf der anderen Seite profitieren die Start-ups davon, dass sie nicht durch halb Europa reisen müssen, um die verschiedenen Firmen – manchmal nur für einen Fünf-Minuten-Pitch – treffen zu können.

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Welches sind die erfolgreichsten Formate und welche neuen Formate gibt es in diesem Jahr?

Es gibt nicht das eine Highlight, sondern es ist die Kombination aus der Vielfalt des Programms, sodass für jedes Start-up etwas dabei ist. Wir haben ein eigenes Bühnenprogramm, an dem sich jedes Start-up nach den eigenen Stärken, nach den eigenen Interessen, nach der eigenen Ausrichtung mit einem eigenen Content-Format beteiligen kann. Das sind Formate wie One-on-one-Pitches, Industry Panels, Einzelvorträge oder Founders Fight Club, bei dem zwei Start-ups ihre Geschäftsidee gegeneinander verteidigen. Außerdem veranstalten wir ein Speeddating mit den CIOs und anderen Topentscheidern. Diese Kombination aus der Vielzahl und der Vielfalt der Formate macht den Unterschied.

Was wir erstmalig durchführen werden, ist Meet-a-Media. Der Zugang zu Medien und Journalisten war aus unserer Sicht das noch letzte fehlende Element, mit dem wir Start-ups unterstützend unter die Arme greifen können.

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Wie bewerten Sie scale11 im Vergleich zu ähnlichen internationalen Veranstaltungen im Start-up Kontext?

Wir gehen jetzt in das vierte Jahr, das heißt, wir haben drei Veranstaltungen hinter uns. Angefangen haben wir mit 150 Start-ups und einem überschaubaren Rahmenprogramm. Dann waren es schon 250 Teilnehmer und im Jahr 2017 350 Start-ups.

Unser Ziel ist es, 2018 moderat zu wachsen. Warum nur moderat, werden sich einige fragen. Weil es dann für alle noch gut darstellbar ist. Das gilt für die Investoren, die sich die Start-ups an einem Tag anschauen können, genauso wie für die Start-ups selbst. Andere Veranstaltungen haben solche Dimensionen angenommen, dass weder Matchmaking-Apps noch andere Tools dabei helfen, die Start-ups mit Investoren oder untereinander sinnstiftend in den Austausch zu bringen. Deswegen wollen wir bei dieser Marke bleiben: um die Qualität in den Angeboten halten zu können. Wir glauben, dass wir ab einer zu großen Menge an Start-ups diese nicht mehr in unseren Rahmen-Formaten unterbringen können. Was uns besonders freut: Mit scale11 waren wir ein Stück weit Vorreiter und ein Modell für die komplette Neuausrichtung der CEBIT. Vieles von dem, was wir an Konzept und Kommunikation bei scale11 in den letzten drei Jahren entwickelt und erprobt haben, wenden wir nun für die gesamte CEBIT an.

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In Deutschland sind lediglich 14% der Gründerinnen Frauen – sehen Sie da einen Trend?

Ich sehe da ehrlich gesagt mittelfristig zumindest keine Trendwende. In unserem deutschen Schul- und Ausbildungssystem lernen wir es einfach nicht, unternehmerisch zu denken. Bekäme das einen größeren Stellenwert, hätten wir eine gute Voraussetzung, mehr Frauen zum Gründen zu bewegen. Hinzu kommt, dass man in Deutschland einfach beruflich nicht scheitert. Solange unsere Unternehmenskulturen so bleiben, wie sie sind, gehen eher Männer als Frauen das Risiko des Scheiterns ein. Darin liegt m.E. die größte Hürde beim Gründen, das ist einfach ein Stück weit Teil unserer DNA. Dies zu verändern wird nicht über Girlsdays oder vergleichbare Einzelaktionen gelingen. Dazu braucht es eine gesellschaftliche Veränderung, bei der Politik und Wirtschaft eine wichtige Rolle spielen.


Profil Jutta Jakobi

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Jutta Jakobi ist Global Director ICT & Digital Business bei der Deutschen Messe AG. Sie beschäftigt sich seit Beginn ihrer beruflichen Laufbahn mit Marketing- und Business Development Aufgaben, in internationalen Unternehmen der verschiedensten Branchen. Ihr Motto: Nicht glänzen, wirken, und die eigenen Fähigkeiten und Möglichkeiten dabei fest im Blick behalten. Als Netzwerkerin bringt sie die digitalen Start-ups, die etablierten Unternehmen und Investoren, die ihren Weg kreuzen, immer wieder zusammen – nicht nur während der fünf Tage CEBIT, sondern zu jeder sich bietenden Gelegenheit.

Stolz

Dies ist der fünfte von 12 Bar-Talks mit den Werte-getriebenen Unternehmerinnen Alyssa Jade McDonald Bärtl, Martina Merz und Regina Mehler. Diesmal geht es um das Thema „Stolz“: Was bringt uns Awareness für Business und Projekte? Was ist zuviel? Authentisches Storytelling oder Showing-of und Self-Promotion – ist das Thema Stolz zu negativ besetzt?  

Sie sind Change Maker, ihr Ziel: Sie treiben den Wandel im Business und in der Gesellschaft voran – für Nachhaltigkeit, Green Economy, soziale Ziele in der Gesellschaft, neue Führung in Unternehmen und für mehr Frauen als Entscheiderinnen in Spitzenpositionen. Sie tauschen sich in 10-minütigen Bar-Talks über Themen aus, die ihnen in ihren Communities immer wieder in Form von Fragen gestellt werden.

Es geht um Einschätzungen, Erfahrungen, ihren Alltag im Business und die Art und Weise, wie sie hands-on und street-smart ihre Ziele verfolgen und umsetzen. Alyssa Jade McDonald Bärtl ist Social Entrepreneur und u.a. Gründerin von ChangeMaker.land, Martina Merz ist Gründerin und Inhaberin der Agentur mërz punkt – spezialisiert auf Umwelt und Nachhaltigkeit, und Regina Mehler ist Serial Founder, Inhaberin der WOMEN SPEAKER FOUNDATION und von 1ST ROW.

Mehr Informationen finden Sie hier:

UnternehmensGrün Webseitehttp://www.unternehmensgruen.org/
mërz.punkt Webseitehttp://www.merzpunkt.de/
Women Speaker Foundation Webseitehttp://www.women-speaker-foundation.de/ facebook ▹ https://www.facebook.com/women.speaker
ChangemakerLand Webseitehttps://changemakerland.mykajabi.com/

„Diversity in Action“

Diese Nachlese einer inspirierten Teilnehmerin der Veranstaltung „Diversity in Action“ des ThinkTank Female Shift, die am 9. April in Zürich stattfand, schrieb Barbara Limbeck. Sie ist Freie Unternehmensberaterin mit dem Schwerpunkt Female Business.

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Einmal mehr haben die Gründerinnen des Vereins „ThinkTank FEMALE SHIFT“, Dr. Monique R. Siegel und Rosmarie L. Michel, am 9. April 2018 eine Inspirationsquelle auf höchstem Niveau sprudeln lassen. Das „Zunfthaus zu Meisen“ ist schon eine Attraktion für sich. Wer in diesem Rahmen aber dann auch noch einen Tag voller geistreicher Denkansätze und Best Practices erleben kann, der findet an diesem Abend nur schwer in geruhsamen Schlaf. Mich zumindest haben die vielen Gespräche und Ideen um den Schlaf gebracht. Mehr noch: Wieder einmal wurde sehr deutlich, dass wir noch einiges zu tun haben, um veraltete Denkstrukturen aufzubrechen und  Stereotypen zu beseitigen.

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Rosmarie L. Michel

In den Worten von Frau Dr. Siegel: «Noch nie waren die Chancen für Frauen so gut wie heute». Umso wichtiger ist, dass Unternehmen individuelle Formate und Support bei der Umsetzung angeboten werden, damit die weiblichen Mitarbeiter erfolgreich ihren Job machen können und Familie und Business mehr zusammenwächst.

Diversität fordert eine Auseinandersetzung mit Identität

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Dr. Siegel und Prof. Dr. Buurmann

Die Eingangspräsentation von Dr. Monique Siegel war ein klares Statement für die Chancen von Frauen in der heutigen Arbeitswelt, die wir ergreifen müssen – und dabei bitte nicht zaudern sollen. Im Zusammenspiel mit Prof. Dr. Gerhard Buurman widmeten beide sich auch dem philosophischen Grundgedanken des diesjährigen Themas: Diversität fordert eine Auseinandersetzung mit Identität. Ein gelungener, weitreichender Einstieg in den Nachmittag.

Anschließend schilderten Storytellers ihre Erfahrungen:

Dr. Annabelle Hett und Dr. Christoph Nabholz von Swiss Re, die sich beide schon lange im Leitungsteam des „ThinkTank FEMALE SHIFT“ engagieren, haben ihre Erfahrungen als Führungskräfte in Konzernstrukturen eingebracht.

Dr. Susanne Dröscher, Gründerin von CARU, die sich mit dem Thema „Silver Agers“ beschäftigt, und Christian Hirsig, Gründer von Powercoders, eine Programmierschule für Flüchtlinge, haben mitreißend von ihren beruflichen Ver- und Entwicklungen erzählt – und was Diverstity für sie ganz konkret bedeutet.

Daniela Thomas, Mitbegründerin der Beratungsagentur Fourpointzero, hat aus TGIF ein TGIM gemacht. Sie fragen sich was das soll? Ganz einfach, wer nur nach „Thank God, it’s Friday!“ lebt, der wird mit der neuen Arbeitswelt auf Dauer nicht klarkommen. Also hat Daniela Thomas daraus „Thank God, it´s Monday!“ gemacht – und trägt diesen Spirit in die Unternehmen.

Mit Natalie Spross-Döbeli hat eine Unternehmerin, Mutter zweier kleiner Kinder und erste Frau an der Unternehmensspitze des Familienunternehmens aus dem Nähkästchen geplaudert: wie der Traditionsbetrieb die Frau an der Spitze „verkraftet“ und wie sie den Umgang mit Diversity erlebt und managt.

Es war ein Ohrenschmaus – herzlichen Dank an die Initiatorinnen und Referent*innen!


Profil von Barbara Limbeck

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Barbara Limbeck  ist Freie Unternehmensberaterin mit dem Schwerpunkt Female Business. Nach vielen Jahren als Leiterin des gig7 Kompetenzzentrum Female Business, einem Startup Zentrum der Gründerstadt Mannheim mit dem Fokus auf weibliche Entrepreneure, berät und unterstützt sie heute mit viel Erfahrung und Leidenschaft Unternehmen bei der Entwicklung und Umsetzung von Strategien, um das Thema „Female Business“ im Unternehmen zu platzieren.

 

 

 

12 zukunftsweisende Macherinnen in Wirtschaft und Gesellschaft

Dies ist der zehnte von 12 Blogbeiträgen über erfolgreiche und spannende Frauen in der deutschen „New Green Economy“. Freut Euch auf Insider-Beiträge über Gesellschafts- und Wirtschaftsthemen mit frischen Perspektiven von Frauen, die etwas bewegen. Die Blogserie „12 REMARKABLE WOMEN IN GREEN ECONOMY“ ist ein Kooperationsprojekt von WOMEN SPEAKER FOUNDATION, Ecopreneur und UnternehmensGrün.

Leni Nebel: #HowTo raise awareness on the importance of empowerment of people in connection with ending hunger and poverty

Visionen realisieren, Entschlossenheit generieren, Unternehmergeist initiieren, selbstverantwortliches Handeln stärken, Führungskompetenzen ausbilden – das sind nicht unbedingt Aktivitäten, die wir mit Menschen assoziieren, die in extremer Armut leben und unter chronischem Hunger leiden. Und doch ist es genau das, worum es uns in der globalen Initiative Das Hunger Projekt e.V. in unserer Arbeit mit 20 Millionen Menschen in 18.000 Dörfern in zwölf Entwicklungsländern geht.

Wenn wir von Hunger sprechen, denken wir an Katastrophen, Krisen, Dürren etc. Jedoch sterben 92% der Hungertoten aufgrund der Folge von chronischem Hunger, Mangel- und Fehlernährung! 8.200 Kinder unter fünf Jahren sterben täglich daran, ca. 815 Millionen Menschen weltweit leider darunter, obwohl die Weltgemeinschaft ausreichend Lebensmittel produziert. Deshalb liegt mir daran einen effektiven und erprobten Ansatz zu den Themen Ernährungssicherung, Überwindung von Armut und somit Vorbeugung von Fluchtursachen einem breiten Publikum nahezubringen. Das ist mein Mandat als Landesdirektorin der global arbeitenden Bewegung Das Hunger Projekt e.V. und auch für mich als Frau.

Uganda, Wakiso, Epizentrum Namayumba, Schulklasse
Das Alphabet im Chor für mich in einem Klassenzimmer, Epizentrum Namayumba, Bezirk Wakiso, Uganda

Eigenständigkeit und Gemeinschaft entwickeln

Die Förderung der Eigenständigkeit der betroffenen Menschen und die Verbesserung ihres politischen und sozialen Umfeldes ist unser Hauptanliegen. Die Menschen spielen dabei eine Schlüsselrolle für die Identifizierung, Planung und – ganz besonders – die Umsetzung nachhaltiger Projekte. Wir glauben an die Kreativität, Fähigkeiten, Ressourcen und Entscheidungskraft der Menschen vor Ort, wir wollen diese stärken und ihnen so die Grundlage geben, ihr Leben wieder selbst zu gestalten. Auf meinen Reisen erlebe ich immer wieder, dass in den Frauen und Männern die Kraft steckt, Veränderungen zu bewirken.

Arbeit in ländlichen Regionen

Wir arbeiten nur in ländlichen Regionen und nur mit Einheimischen, ein Fokus liegt auf der Geschlechtergerechtigkeit. D.h. wenn Frauen befähigt werden, ihr Recht auf Mitsprache in Anspruch zu nehmen, hat das immer direkte Auswirkungen auf die positive Entwicklung ihrer Familie und der gesamten Dorfgemeinschaft.

Ausgebildete, lokale Entwicklungstrainerinnen und -trainer motivieren die Dorfbevölkerung, selbst aktiv zu werden. Die von vielen Rückschlägen und lang währender Abhängigkeit geprägte, resignierte Grundeinstellung der Menschen wandelt sich hin zu Selbstverstrauen und Führungsstärke. Seit 2008 haben über 890.000 Menschen an unseren Leadership Workshops teilgenommen.

Der Schlüssel: Frauen stärken

Die Stärkung von Frauen ist eine Grundvoraussetzung zur Überwindung von Hunger und Armut, denn Frauen sind der Schlüssel für nachhaltige Entwicklung. Seit 2008 haben über 354.000 Frauen an speziellen Leadership Workshops für Frauen teilgenommen.

Indien, Madhya Pradesh, KrankenstationMeine zweite Reise nach Madhya Pradesh, Indien 2014 – die Krankenstation

Bis dato wurden allein in Indien über 175.000 Frauen in Führungsworkshops geschult und in ihrem Mandat als Panchayat-Mitglied (vergleichbar mit dem Gemeinderat) über fünf Jahre begleitet. Sie treffen maßgebliche Entscheidungen zur Entwicklung ihrer Dörfer u.a. zu den Themen Bildung, Vermeidung von Kinderehen, Abschaffung der Mitgiftpraxis, Gesundheitsförderung u.v.m.

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Der Stolz der Dorffrauen: Ein gesicherter Kindergarten mit stabilem Dach und trockenem Boden, Madhya Pradesh, Indien 2014

Die Strategie: „Epizentren“ aufbauen

In Afrika werden Menschen über die sog. Epizentren-Strategie in ihrem Entwicklungsprozess begleitet. In 121 dieser, von den Dorfbewohnern selbst errichteten, Gemeinschaftseinrichtungen erreichen wir 1,7 Millionen Menschen in 2.000 Dorfgemeinschaften. Etwa 10.000 bis 15.000 Menschen benachbarter Dörfer bilden einen Verbund, in dem ein Gemeinschaftsgebäude (Epizentrum) als dynamischer Mittelpunkt errichtet, verwaltet und weiterentwickelt wird. Das Zentrum dient der Sicherung der Grundbedürfnisse und ermöglicht selbständige Initiativen zur Verbesserung der Lebenssituation. Bereits 22 dieser Zentren haben ihre wirtschaftliche Eigenständigkeit erreicht, d.h. 327.000 Menschen (155.000 Frauen und 172.000 Männer) haben eine sichere Zukunft für sich und ihre Familien aufgebaut.

Kyempo Epizentrum in Ghana
Kyempo Epizentrum in Ghana

Die Reisen, insbesondere nach Indien, haben meine Lebenseinstellung neu geprägt. Die zahlreichen Gespräche mit den Menschen vor Ort, deren Lebensfreude und Zuversicht trotz widrigster Lebensumstände, haben meinen Blick auf das Leben verändert. Diese Erlebnisse sind die größten Geschenke in meinem Leben. Mein Beruf ist zu meiner Herzensangelegenheit geworden.


Profil Leni Nebel

München, 23.9.2010 / Foto: Robert Haas Leni Rieppel

Leni Nebel leitet seit 2011 das deutsche Büro der globalen Bewegung „Das Hunger Projekt – The Hunger Project“ als Landesdirektorin. In den Jahren 2012 und 2013 war sie Vertreterin der Bewegung beim Menschenrechtsrat der UN in Genf.

Geboren im oberen Isartal in Bayern in eine Geigenbauerfamilie, ist sie seit 35 Jahren selbständig als internationale Event Managerin tätig, davon 23 Jahre als Protokoll Beraterin für die Europäische Bank in London. Sie war viele Jahre für die Betreuung von Ehrengästen bei internationalen Kultur- und Sportveranstaltungen tätig. Heute begrenzt sich ihre Tätigkeit im Eventbereich auf Deutschland.

Die Neugierde auf andere Kulturen war schon sehr früh vorhanden und resultierte in vielen Reisen. Sie hat in Paris, zehn Jahre in London und sieben Jahre in Schottland gelebt. Sie glaubt nicht an Zufälle, das Leben hat ihr immer wieder unerwartet und ungeplant Türen geöffnet. So auch 2004 zur Initiative „Das Hunger Projekt – The Hunger Project“, wo sie begann sich als Aktivistin zu engagieren. Wieder war es die Neugierde, die sie veranlasste an einer Reise in den Bundesstaat Durango in Nordmexiko teilzunehmen, um die Arbeit vor Ort kennen zu lernen. Diese Reise hat ihr Leben verändert. Die Konfrontation mit chronischem Hunger, die Auswirkungen auf die Menschen und zugleich ihre Hoffnung und ihre Kraft zu erleben, hat sie tief bewegt und beeindruckt. 


Diese Serie entsteht in Zusammenarbeit mit unseren Kooperationspartnern:
Ecopreneur     und     UnternehmensGrün

„12 zukunftsweisende Macherinnen in Wirtschaft und Gesellschaft“ weiterlesen

Influencer Marketing: Der Zeitgeist verlangt nach Dialog

Marlis Jahnke ist Expertin für Influencer Marketing in unserem Pool of Female Excellence. 2014 gründete sie Deutschlands erste Influencer Marketing-Plattform: HashtagLove hat heute mehr als 6.000 registrierte Influencer und führt erfolgreich Marken mit Influencern aller Social Media Kanäle zusammen. Gerade ist ihr zweites Buch „Influencer Marketing“ erschienen. Dies ist ihr Beitrag für unseren Blog über Begriff, Geschichte und Trends.

Ist Influencer Marketing wirklich neu? Mit dem Internet haben sich die Möglichkeiten der Verbreitung von Botschaften vervielfacht. Heutzutage sind nicht mehr nur TV-Sternchen oder Hollywoodstars Influencer und Meinungsmacher.Unzählige Menschen können innerhalb kürzester Zeit Massen über die sozialen Medien erreichen und damit Influencer werden. Für Unternehmen werden diese Personen immer wertvoller und interessanter. Auf der anderen Seite schaukelt sich die Begehrlichkeit von Bloggern, Instagramern und YouTubern immer weiter hoch und die Preisschraube dreht sich nach oben.

Für welche Produkte macht Influencer Marketing Sinn? Welche Position kann und wird diese Disziplin im Marketing-Mix einnehmen? Wer beherrscht die Spielregeln der neuen Disziplin? Wie identifiziere ich Influencer und wie erstelle ich ein Briefing so, dass die „neuen Medienschaffenden” die Produkteinbindung im Sinne der Marke umsetzen? Wie ist der korrekte juristische Umgang mit der Kennzeichnungspflicht? All diese Fragen beantwortet das erste Fachbuch zum Thema (Influencer Marketing), herausgegeben von unserer Rednerin Marlis Jahnke, das ganz frisch auf dem deutschen Buchmarkt ist.

Woher kommt Influencer Marketing?

Die Medienlandschaft durchlebt im digitalen Zeitalter einen tief greifenden Wandel – das Internet hat unser Kommunikations- und Informationsverhalten grundlegend verändert. Egal ob Text, Bild oder Video – Inhalte in allen Formen und Variationen werden geteilt und verbreitet. Die klassischen Medien-Kanäle müssen sich auf das Senden beschränken, aber der Zeitgeist verlangt nach Dialog. Vor allem jüngere Zielgruppen sind kaum noch über TV und Co zu erreichen.

 

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