KI – was hat das mit Corporate Leadership zu tun?

Wir starten eine Serie zum Thema Künstliche Intelligenz – nein, eigentlich sind wir schon mittendrin. Es geht darum, unterschiedliche Aspekte, Entwicklungen und Positionen darzustellen. Künstliche Intelligenz wird unser Leben bestimmen – immer mehr: Wir brauchen als Gesellschaft dazu nicht weniger als ein kollektives Narrativ. Dazu wollen wir in dieser Serie mit Sichtweisen von Expertinnen beitragen.

Der Winter ist vorbei, gemeint ist der sogenannte KI-Winter. Aber was hat das mit Corporate Leadership zu tun? Einiges. Mit Winter ist wohl der Winterschlaf gemeint, der seit einigen Jahren beendet ist, weil die Entwicklung der grundsätzlichen Algorithmen nun durch Daten befeuert wird und KI-Anwendungen rasant an Beweglichkeit und Relevanz zulegen. Denn wir alle sind inzwischen Datenproduzenten. Hinzu kommen die Daten aus der Industrie 4.0, in der bestenfalls alle Objekte, ja ganze Produktionsanlagen vernetzt sind und permanent in ihren virtuellen Abbildern Daten generieren – im „Digital Flow“ mit allen anderen Unternehmensdaten.

Weil wir’s können – Werte auf dem Prüfstand

Stellen Sie sich vor, jeder von knapp 250.000 Mitarbeitern in einem Unternehmen hat eine App, mit der er permanent alle anderen, Kollegen, Mitarbeiter und Chefs, bewerten muss. Dafür stehen 100 Kategorien zur Verfügung – ständiges Feedback und Kritik. Diese App ist mit dem Vergütungssystem verbunden: Aus Rating wird Ranking und das wiederum steuert Hire-and-Fire.

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Science Fiction? Nein, Realität bei Bridgewater and Associates. Stellen Sie sich auch vor, eine Leadership-KI sei in der Lage, alle verfügbaren Daten, Analysen, Szenarien und Risiken im Geschäftsumfeld auszuwerten und nach den Mustern und Entscheidungsstrukturen des Gründers und seines Topmanagements Vorgehensweisen vorzugeben – AI-unterstütztes Decision Making. Das heißt PriOS und ist noch in der Entwicklung. Aber Tatsache ist, dass an einigen Vorstandstischen bereits Artificial Manager sitzen, die „Management-Legwork“ machen und nach Datenmodellen entscheiden.

Im Prinzip…

Der „Cobot“ von Manuela Veloso begrüßt Besucher und bringt sie zu ihren Gesprächspartnern. Er versteht und spricht unsere Sprache. Diese KI hat die Größe eines 10-jährigen Kindes, ein Gestell auf Rädern mit einem Touchscreen auf Kopfhöhe. Im unteren Bereich gibt es ein Körbchen und an der Seite baumelt ein Handtuch. Der „Cobot“ hat gelernt, sich im Gebäude zu bewegen, ohne gegen Wände zu rollen, und kann Hindernissen ausweichen. Braucht er Unterstützung, beispielsweise wenn er Kaffee holen soll, kann er Menschen um Hilfe bitten und verarbeitet die Informationen. Wohlbemerkt: Er probiert aus und lernt – mit einem Algorithmus, der ihn dazu befähigt.

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Ein weiteres Beispiel: Wenn Sie dem Industrie-Roboter des japanischen Unternehmens Fanuc den Auftrag geben, Objekte aus einer Box in einen anderen Container zu legen, dann lernt er über Nacht, einen Gegenstand dieser Form zu greifen und dort wieder abzulegen, wo er hingehört. Er probiert es aus und sammelt dadurch die erforderlichen Daten. Er braucht keine weitere Programmierung dafür. Geben Sie zwei Robotern den selben Auftrag, lernen sie in der Hälfte der Zeit wie’s geht, weil Sie beide vernetzen können. Es gibt ebenfalls Roboter, die sich selbst reparieren und natürlich modifizieren oder andere bauen können.

… so gut wie Daten und Muster

Was passiert, wenn die Software Bewerbergespräche führt? Mehr Objektivität, weniger Sympathie-Punkte durch Attraktivität, die Software registriert auch Mimik und Gestik, ist effizient. Aber die Ergebnisse sind nur so gut, wie die vorgegebenen Ziele und die Entscheidungsmuster der HR-Mitarbeiter von denen sie lernt.

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Beispielsweise fielen im Recruiting-Prozess eines Unternehmens alle Bewerber durch, die aktuell außerhalb einer bestimmten Entfernung zum Standort lebten. Warum? Weil die Software tägliches Pendeln über eine weite Strecke als häufigen Kündigungsgrund abgespeichert hatte und die Zielvorgabe „möglichst lange Betriebszugehörigkeit“ dem entgegenstand. Damit bekamen „ärmere“ Bewerber aus den Vorstädten systematisch ein schlechteres Ranking – egal wie geeignet sie sonst waren.

Disruption von Führung

KI ist aus der Beta-Phase raus. Sie bietet Lösungen für mehr Produktivität und Insights aus Big Data innerhalb wie außerhalb des Unternehmens. Die Analytik ist ihre große Stärke. KI-Anwendungen leisten Management-Legwork und können Entscheidungen treffen. Sie lernen und werden besser. Das bedeutet nicht weniger als eine Disruption der Essenz von Führung.

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Eine der wesentlichen Aufgaben heute ist, eine klare Positionierung zum Thema KI im Topmanagement zu entwickeln. Werte und Kultur eines Unternehmens stehen hier zur Disposition und müssen sich im Umgang mit KI und Digitalisierung beweisen bzw. weiter entwickelt werden. Empathie, der Aufbau von tragfähigen Beziehungen, Führung mit gemeinsamen Zielen, die Übergabe von Verantwortung an Mitarbeiter sowie eine Fehlerkultur, die Freiräume für Innovationen schafft und die Fähigkeit sich selbst zu reflektieren und klar zu positionieren – auch zum strategisch sinnvollen Einsatz von KI –  sind Kriterien, die in Zukunft Leadership ausmachen.

Aber wer übernimmt die Verantwortung für KI-basierte Entscheidungen? Nach welchen Kriterien und mit welchen Zielen wird eine Anwendung entwickelt? Wie wird Transparenz gewährleistet? Unternehmen und Gesellschaft brauchen Richtlinien und Visionen: Compliance-Herausforderungen sind sozusagen systemimmanent, Unternehmen, Märkte und Gesellschaft werden immer wieder auch mit unbeabsichtigten Konsequenzen beim Einsatz von KI konfrontiert sein.


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Foto Credits

Titel: brandi-redd auf Unsplash
Spinnennetz: Quelle Pixabay
Schachbrett: Quelle Pexels
Menschen in einer Reihe: rawpixel auf Unsplash
Weltkugel: Quelle Pixabay

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„Von Mixed Reality bis Künstliche Intelligenz: Ist Menschsein allein nicht genug?“

„Wie nah möchten wir Menschen mit Technologie verbunden sein und wie können wir die Entwicklung von Tech-Trends wie Künstlicher Intelligenz beeinflussen?“ Alissia Quaintance, unsere Expertin aus der Produktentwicklung für neue Technologien, spricht in diesem Podcast über KI, VR und AR (Künstliche Intelligenz, Virtual Reality und Augmented Reality). Es ist die erste Folge des neuen Microsoft Podcast: Zwischen 0 und 1 – Tech Trends auf dem Prüfstand.

Alissia gibt hier Insights aus dem Kreationsprozess, spricht über den Stand der Entwicklung, Perspektiven und die Historie. Daraus entsteht ein schlüssiges Bild, dass auch für nicht-Techies sehr klar, umfassend und leicht verständlich ist: Super-spannend bis zur letzten Minute!

Alissia ist brilliant in ihrer einfachen und überzeugenden Darstellung dieser komplexen Thematik. Sie bietet damit einen Einstieg in genau das, was wir heute brauchen: einen breit geführten Diskurs über technologische Entwicklungen in Unternehmen und in der Gesellschaft.


Profil von Alissia Quaintance

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Alissia Quaintance ist Digital Innovation Strategist und Co-Founder von IQ Gemini und beschäftigt sich mit der Interaktion von Mensch und Technologie mit Schwerpunkt auf Mixed Reality und Künstliche Intelligenz. Als Expertin für digitale Innovation spezialisiert sich Alissia auf die Erarbeitung von Strategien für den Einsatz neuer Technologien und den gezielten Aufbau innovativer Teams für Unternehmen, Marken und Institutionen, die immersive Technologien einsetzen möchten. Ihre Mission ist es, Virtual Reality und die Mensch-Maschine-Interaktion auf eine neue Ebene zu heben.

Alissia unterstützt Branchen-Pioniere und Vordenker bei der Entwicklung von Innovationen. Sie befähigt Organisationen, bessere Fragen zum Thema Technologie zu stellen, die weit über Design und Entwicklung hinausgehen. Ihre Arbeit schlägt dabei die Brücke zwischen internen Teams von weltweit führenden Unternehmen, Tech OEMs, Kreativen, Entwicklern, Anthropologen, Verhaltenspsychologen und Kognitionsforschern – immer mit dem Ziel, Anwendungen und Technologien zu kreieren, die den Konsumenten auf einer tieferen Ebenen erreichen.

Wo sind die Suffragetten der Digitalisierung?

Sicher sind 100 Jahre Frauenwahlrecht ein Grund zum Feiern – ein Meilenstein! Aber erst seit knapp 50 Jahren dürfen Frauen ein eigenes Bankkonto haben und seit 41 Jahren ohne die Erlaubnis ihres Ehemannes einen Beruf ausüben – schon vergessen? Es wird wohl noch 216 Jahre* dauern, bis wir in Wirtschaft und Gesellschaft von Gleichheit reden dürfen.

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(Quelle: Grant Thornton „Women in Business: Turning Promise into Practice“)

„Bias is in the Code“

Der Anteil von Frauen in Führungspositionen liegt jetzt weltweit bei 20% und ist in den vergangenen 10 Jahren nur geringfügig gestiegen (um 2%): Da heißt es Ärmel aufkrempeln und kreativ werden – vor allem, wenn wir angesichts der Digitalisierung erwarten dürfen, dass Gender Bias, einprogrammiert in die Künstliche Intelligenz, Werte und Verhaltensweisen in der Zukunft unseres Alltags maßgeblich bestimmen werden. Also lassen Sie uns feiern, unsere Herausforderungen in den Fokus nehmen und aktiv angehen: Am 12. November 2018 feiern wir den 100. Jahrestag des Frauenwahlrechts – und was feiern wir 2118?

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Es gibt viel zu tun: Die Verantwortlichen in Unternehmen könnten ihre Leadership Brand weiterentwickeln und ein breiteres Skillset für Führungskräfte kommunizieren und wertschätzen, um auch für Frauen attraktiv zu werden – Stichwort Employer Brand. Frauen können sich andererseits pro-aktiver für die Verantwortung in Führungspositionen positionieren. Wir arbeiten daran – auf unterschiedlichen Ebenen: z.B. indem wir Frauen auf die Bühne und in die Sichtbarkeit bringen, mit unseren GENERALPROBEN, mit der Strategieberatung für Führungsfrauen und für C-Suits in Unternehmen, indem wir Role Models vorstellen und Expertinnen u.a. für Digitalisierung, Künstliche Intelligenz, Virtual Leadership und Change aufbauen.

Sind Sie dabei?

Ab sofort können Sie Fördermitglied der WOMEN SPEAKER FOUNDATION werden:  www.wirsinddiebewegung.de

 


*Global Gender Gap Report 2017, World Economic Forum
Credits Titelfoto: Foto von Soumil Kumar von Pexels

 

„Human is the next big thing“: Digitalisierung, leicht gemacht

„Human is the next big thing: Das ist unsere Chance!“ Dr. Rebekka Reinhard holt die Philosophie aus dem Elfenbeinturm und setzt sie da ein, wo sie hingehört: ins wirkliche Leben – in eine „VUCA“-Welt der Unübersichtlichkeit. „Das tun, was die anderen tun, war gestern. Heute sind Mut, Neugier und Selber-Denken angesagt.“ Dies ist ein Text von ihr zum Thema Künstliche Intelligenz und Digitalisierung. 

Das rasante Tempo, mit dem Digitalisierungsprozesse unsere Realität verändern, veranlasst zum Stirnrunzeln: Wie viel Wandel pro Jahr und Tag kann der Mensch eigentlich verkraften? Dass Algorithmen, künstliche Intelligenz und smarte Objekte längst unseren Alltag mitbestimmen, formt uns nicht automatisch zu hoffnungsfrohen, „veränderungsflexiblen“ Lebewesen. Im Gegenteil. Die Umwälzungen in der Arbeitswelt, die sich schon heute bemerkbar machen, bewirken eher das Gegenteil – Veränderungsresistenz und Unfehlbarkeitsdogmatik. Beides dient der Komplexitätsreduktion in einer Zeit, in der die Gesellschaft insgesamt von nervöser Erregung, der „Macht von Stimmungen“ durchdrungen ist, wie Soziologe Heinz Bude konstatiert.

 Hierarchie-befreite Kooperation in coolen Workspaces

Kann nicht einfach alles bleiben, wie es ist? Nein. Auch in deutschen Unternehmen hat sich inzwischen herumgesprochen, dass man mit Planung und Kontrolle nicht weiter kommt. Man bekräftigt seinen Willen zur Disruption, zu Experimentiergeist und einer ordentlichen Fehlerkultur. Ohne Scheitern kein Erfolg, lautet das neue Mantra. Und was kommt nach dem erfolgreichen Scheitern, was sollte danach kommen? Ein Sinn, den man vor lauter Zahlen, Daten, Fakten ganz aus den Augen verloren hatte. „Purpose“ hat in Zeiten des Wandels Hochkonjunktur: ein Sinn, der für engagierte, intrinsisch motivierte, selbstverantwortliche Teamwork steht. Für eine Hierarchie-befreite Kooperation in coolen Workspaces, wo fröhliche Menschen in Jeans und Turnschuhen wertschätzend aufeinander einwirken, um Innovationen am laufenden Bande hervorzubringen.  „„Human is the next big thing“: Digitalisierung, leicht gemacht“ weiterlesen

Künstliche Intelligenz: Es passiert jetzt!

Ein Beitrag unserer Expertin Jenny von Podewils

Wir leben in einer Zeit in der sich der technologische Wandel beschleunigt. Anwendungen, die auf künstlicher Intelligenz (KI) basieren, entwickeln sich besonders schnell, denn sie entwickeln sich nicht linear sondern exponentiell.

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Die exponentielle Entwicklung von KI Anwendungen hat drei zentrale Treiber:

  1. Die globale Datenmenge verdoppelt sich ca. alle 18 Monate. Es stehen somit immer mehr Daten als Lerndaten für die Entwicklung neuer KI Anwendungen zur Verfügung.
  2. Wir sehen weiterhin eine exponentielle Verbesserung der Rechenkapazität moderner Computer. Diese immer höhere Rechenleistung ermöglicht neue kommerzielle KI Anwendungen.
  3. Immer mehr künstliche Intelligenz-Algorithmen stehen als Open Source zur Verfügung. Damit haben immer mehr Personen und Firmen Zugang zur Entwicklung von KI Anwendungen.

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