Dies ist der erste von 12 Blogbeiträgen von und über erfolgreiche und spannende Frauen in der deutschen „New Green Economy“. Freut Euch auf Insider-Beiträge über Gesellschafts- und Wirtschaftsthemen mit frischen Perspektiven von Frauen, die etwas bewegen. Die Blogserie „12 REMARKABLE WOMEN IN GREEN ECONOMY“ entsteht in Zusammenarbeit mit Ecopreneur und UnternehmensGrün.

Dr. Katharina Reuter: #HowTo politics

 „Wir machen politische Lobbyarbeit – wenn ich diesen Satz ausspreche, zucken die Leute oft zusammen. Pfui, Lobbyarbeit.“, sagt Katharina Reuter. Kann es überhaupt Lobbyarbeit für das Gute geben? Bei wikiHow gibt es Anleitungen für „Wie werde ich erfolgreiche Politikerin“ oder „Wie werde ich Lobbyistin“. Aber was muss frau eigentlich können, um erfolgreich Politik für die Green Economy zu machen? Dieser Blogbeitrag von Katharina Reuter mixt ihre persönlichen Erfahrungen mit den Eigenschaften des ökologisch orientierten Unternehmensverbandes UnternehmensGrün, der seit 1992 für eine nachhaltige Wirtschaftspolitik kämpft.

Hallo, hier spricht die unternehmerische Wirklichkeit!

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Jahreskonferenz: Essen & Trinken ist politisch

„Wir sind die politische Stimme der nachhaltigen Wirtschaft“ – das geht schon besser. Um diesen Satz mit Leben zu füllen, kommt es auf eine vertrauensvolle Zusammenarbeit mit echten Unternehmen an. Die Unternehmerinnen und Unternehmer wissen, was sie wollen und was sie brauchen. Sie sind pragmatisch. Zupackend.  Es geht darum, mit diesen Menschen gemeinsam zu erarbeiten, was sich in der Politik ändern muss. Gemeinsam mit den grünen Pionier-Unternehmen, die mit ihren Ideen zu einer Zeit auf Nachhaltigkeit gesetzt haben, als das Thema nicht omnipräsent und sexy war, sondern ein knochenharter Job, der viel Energie und vor allem viel Überzeugungskraft brauchte. Gemeinsam mit den jungen Macherinnen und Machern, bei denen die ökologische und soziale Nachhaltigkeit Teil ihrer DNA und ihrer Gründungen ist. Die Politikerinnen und Politiker schätzen genau das: Kein bullshit, kein blabla – sondern unternehmerisch unterfütterte Vorschläge aus der Wirklichkeit.

Das Rezept: Offenheit, Transparenz, Gemeinsamkeiten suchen

Mein Rezept ist einerseits die offene Diskussion mit den Stakeholdern, den Politikerinnen und Politiker, verbunden mit dem formulierten Ziel, nach Gemeinsamkeiten zu suchen. Auch wenn es vielleicht Vieles gibt, was einen trennt. Andererseits: Über den grünen Tellerrand gucken! Räume für den Diskurs schaffen ohne Mikrofon. Unsere Botschaften kommen deshalb so gut an, weil sie einen authentischen Absender haben. Ich lege ehrlich die Strukturen auf den Tisch, in die ich eingebunden bin – und gehe mit politischen Gegnern fair um. Außerdem ist Bündnisarbeit ein Teil des Rezepts. Also: Tut. Euch. Zusammen.

Was braucht erfolgreiche Lobbyarbeit für die Green Economy noch?

Politik ist mühsam. Zäh. Aber die nachhaltige Wirtschaftswende ist nur mit flankierenden politischen Maßnahmen zu erreichen. So geht´s:

1. Die Hebelwirkung der Politik ist unverzichtbar

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Austausch mit Vertretern der EU-Kommission (Konferenz Rotterdam, 25.1.2016)                Foto: RVO Netherlands

Als Unternehmen oder Einzelperson nachhaltig zu agieren, ist wichtig und großartig – aber nicht genug. Es braucht die Hebelwirkung der Politik (z.B. durch Regulierung, Ordnungsrecht, Steuerpolitik) für den Erfolg der neuen Green Economy.

2. Reale Nachhaltigkeitsexzellenz beweisen – gegen die dunkle Seite

Es ist nicht schwer, sich an politischen Debatten zu beteiligen. UnternehmensGrün hat beispielhaft dazu beigetragen, ökologische und soziale Initiativen anzustoßen und aus unternehmerischer Sicht in die politische Debatte zu bringen (u.a. Ökosteuer, Erneuerbare-Energien-Gesetz, kritische Sicht auf aktuelle Freihandelsabkommen). Indem politische Positionen erarbeitet werden, findet auch der Diskurs darüber statt, wie die grüne Wirtschaft aussieht und welche Haltung und Werte sie trägt. Wie sollen Politikerinnen und Politiker gute Entscheidungen treffen, wenn sie keine Informationen direkt aus der nachhaltigen Wirtschaft haben? Angesichts mächtiger Lobbyinteressen auf der dunklen Seite bleibt für die ethisch wirtschaften Unternehmen nur ein Weg, um ihre Interessen in den politischen Prozess einfließen zu lassen: Nachhaltigkeitsexzellenz beweisen und aufzeigen, wie sie tagtäglich im Unternehmen umgesetzt wird.

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Unternehmerinnen und Unternehmer tauschen sich über ihre politische Forderungen aus

3. Was zählt in der politischen Arena, ist Authentizität

Du musst nicht groß sein, um einen großen Unterschied in der Ausgestaltung der Wirtschaftspolitik zu machen. Das, was mehr zählt als Größe, ist Authentizität. Seid da, beweist, dass nachhaltiges Wirtschaften keine Zauberei ist, öffnet eure Türen, ladet ein, teilt eure Einblicke – das ist der Weg zur veränderten Denkweise in der politischen Arena darüber, wie machbar Green Economy ist. Es ist keine Frage, wer im Marketing- oder Ich-bin-der-Größte-Spiel gewinnt – es geht um Ehrlichkeit und Transparenz.

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BIOFACH 2017: Reden über die und mit der Politik

„Wie leistest Du einen Beitrag zur Weiterentwicklung von Ethik und Green Business?“

Mein Beitrag liegt auf verschiedenen Ebenen: die erste Ebene ist die Politik, der große Hebel. Politische Rahmenbedingungen sorgen dafür, dass nur noch ökologisch und sozial nachhaltige Geschäftsmodelle unterstützt werden. Die zweite Ebene liegt direkt bei den Unternehmen, da ich – gemeinsam mit dem Vorstand und meinem Team – den Diskurs „was bedeutet grünes, ethisches Wirtschaften“ unter den Unternehmerinnen und Unternehmern organisiere. Die dritte Ebene ist die Vernetzung von Gleichgesinnten zu einem starken Wir-Gefühl, #esgibtnochmehrvonuns. Ich suche und zeige außerdem Leuchttürme, nachhaltige Pionier-Unternehmen und außergewöhnliche ethische Geschäftsmodelle mit Vorbildwirkung. Dies hat starke Orientierungskraft für neue Gründungen und für den Wandel von konventionell (linear) wirtschaftenden Unternehmen.



Profil Dr. Katharina Reuter

Katharina Reuter engagiert sich seit vielen Jahren für die nachhaltige Wirtschaft – zunächst in Lehre und Forschung, dann im Stiftungs- bzw. Verbandsbereich. Die mehrfach ausgezeichnete promovierte Agrarökonomin war als Geschäftsführerin der Zukunftsstiftung Landwirtschaft und der klima-allianz deutschland tätig. Als Beraterin für Bio und Nachhaltigkeit arbeitete sie eng mit Unternehmen zusammen.

Seit 2014 führt sie die Geschäfte von UnternehmensGrün, dem parteipolitisch unabhängigen ökologisch orientierten Unternehmensverband. UnternehmensGrün setzt sich für bessere Rahmenbedingungen für nachhaltig wirtschaftende Unternehmen ein. Themen sind politische Fragen in den Bereichen Energie, Circular Economy, Steuern, Handel, Mobilität oder Agrar- und Ernährungswirtschaft. Hier knüpft Katharina Reuter an ihre Erfahrungen als aktive Mandatsträgerin an. Sie hat verschiedene grüne Projekte und Organisationen mit aufgebaut und im Vorstand begleitet, ist unter anderem Mitbegründerin der European Sustainable Business Federation (Ecopreneur.eu).

Innovative Nachhaltigkeitsprojekte begeistern Katharina Reuter – sie engagiert sich daher im Begleitkreis nachhaltiges Wirtschaften des Bundesforschungsministeriums, im SDG Club des Rats für Nachhaltige Entwicklung und in mehreren Beiräten. Ihre Expertise in verschiedenen Politikfeldern macht sie zu einer gefragten Dozentin und Referentin.  In den sozialen Medien zählt sie zu den #nachhaltige100 – einer Initiative, die digitale Influencer*innen aus dem Bereich der Nachhaltigkeit auszeichnet.

Ecopreneur          UnternehmensGrün

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3 Kommentare zu „12 zukunftsweisende Macherinnen in Wirtschaft und Gesellschaft

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